Österreichische Bundesbahnen: Strukturreform tritt in Kraft
Der Gesetzesentwurf zur geplanten Strukturreform der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) wurde abgeschlossen und an die Koalitionspartner ÖVP und NEOS zur politischen Abstimmung übermittelt, wie das SPÖ-geführte Verkehrsministerium bestätigte. Der Reformstart ist für das erste Quartal 2027 angepeilt.
Die Reform umfasst die Umwandlung der Aktiengesellschaften ÖBB-Personenverkehr AG und Rail Cargo Group (Güterverkehr) in Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Damit erhält die ÖBB-Holding AG direkte Weisungsrechte gegenüber den beiden operativen Tochtergesellschaften, die bisher rechtlich weitgehend weisungsfrei agierten.
Zusätzlich ist eine Erweiterung des Holding-Vorstands geplant. Das derzeit zweiköpfige Gremium, bestehend aus Generaldirektor Andreas Matthä und Finanzvorständin Manuela Waldner, soll um ein drittes Mitglied ergänzt werden. Johann Pluy, aktueller Vorstand der ÖBB-Infrastruktur AG, wird als möglicher Kandidat für diesen Posten gehandelt.
Ein weiterer Bestandteil der Reform ist die interne Produktionsreform, die ohne Änderungen des Bundesbahngesetzes durchgeführt wird. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Prozesse bei der Bereitstellung von Zügen und Personal zu optimieren.
Einordnung
Die Neustrukturierung der ÖBB soll die Effizienz des Konzerns erhöhen und Doppelgleisigkeiten abbauen. Letztlich wird angestrebt, den Fahrgästen ein verbessertes und verlässlicheres Angebot zu bieten.


