Ölpreise steigen erneut nach Angriff auf iranischen Tanker
Die Ölpreise haben am Montag aufgrund neuer gegenseitiger Angriffe im Konflikt zwischen den USA und dem Iran zugenommen. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent wurde mit 97,36 US-Dollar (83,77 Euro) gehandelt, mehr als ein Prozent über dem Niveau vom vergangenen Wochenende. Ein von den USA angegriffener iranischer Öltanker ist im Golf von Oman gesunken, so das US-Militär.
Der betroffene Tanker war jedoch nicht mit Öl beladen. Nach Angaben des US-Militärs wurden am Samstag drei iranische Öltanker angegriffen, die als Reaktion auf angebliche Angriffe iranischer Kräfte gegen amerikanische Kriegsschiffe in der Region angesehen werden. Iranische Medien berichteten ihrerseits von den Angriffen auf die US-Schiffe.
Unterdessen haben die Mitgliedstaaten des Ölförderverbandes OPEC+ am Wochenende beschlossen, ihre Produktionsziele im Oktober nicht zu erhöhen. Eine Kerngruppe aus sieben Mitgliedern, darunter Saudi-Arabien und Russland, kommunizierte die Beibehaltung der aktuellen Quoten nach einer Online-Sitzung.
Daan Struyven, Co-Leiter der globalen Rohstoffforschung bei Goldman Sachs, äußerte, dass der Brent-Ölpreis in einem Szenario, in dem die Angriffe auf Schiffe zunehmen, potenziell auf 120 US-Dollar steigen könnte. Er warnte, dass die jüngsten Ereignisse das Risiko einer Ausweitung der Störungen im Schiffsverkehr erhöhen.
Die Ölpreise waren bereits in der Vorwoche stark gestiegen, nachdem die Spannungen zwischen den USA und dem Iran nach einer Phase relativer Ruhe wieder zugenommen hatten.
Einordnung
Die aktuellen Entwicklungen im Konflikt zwischen den USA und dem Iran verdeutlichen das steigende Risiko für den Ölmarkt. Eine mögliche Eskalation könnte nicht nur die Preise weiter in die Höhe treiben, sondern auch die globale Versorgung mit Rohöl gefährden, was weitreichende wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen könnte.


