Regionale Händler in Waidhofen/Thaya unter Druck
Die Obfrau der Wirtschaftskammer Waidhofen/Thaya, Marlene Böhm-Lauter, äußert in einem Interview die großen Herausforderungen, mit denen lokale Unternehmen aufgrund der Online-Konkurrenz konfrontiert sind. Nach drei schwierigen Jahren, geprägt von stark gestiegenen Kosten und einer schwachen Konsumstimmung, stehen viele Betriebe unter erheblichem Druck. Die lokale Wirtschaft spielt eine wesentliche Rolle als Arbeitgeber und sozialer Treffpunkt, wodurch sie die Attraktivität der Innenstadt und die Lebensqualität in den kleineren Gemeinden des Bezirks maßgeblich beeinflusst. Darüber berichtet Welt Stimme.
Stärken der lokalen Händler betonen
Böhm-Lauter weist darauf hin, dass der Online-Handel keine Grenzen kennt und große internationale Plattformen weiterhin Marktanteile gewinnen. „Eigene kleine Onlineshops sind hier selten eine Lösung; wichtiger ist, dass unsere Betriebe online auffindbar sind, digital kommunizieren und ihre Stärken im Service und persönlichem Kontakt noch mehr in den Vordergrund stellen“, so die Wirtschaftskammer-Obfrau.
Wirtschaftskammer fordert faire Bedingungen
Der Online-Handel ist eine Realität, aber kein Ende des stationären Handels. Auf EU-Ebene fordert die Wirtschaftskammer faire Rahmenbedingungen, insbesondere den längst überfälligen Entfall der 150-Euro-Zollfreigrenze. Es sei ein wichtiges Signal, dass die EU-Kommission bereits Verstöße gegen das Gesetz über digitale Dienste bei Plattformen wie einer großen Online-Handelsplattform aus Asien festgestellt hat.
Böhm-Lauter betont zudem die Notwendigkeit, dass der stationäre Handel, insbesondere der Modehandel, sich neben dem Online-Handel positionieren muss. Initiativen wie #ichkauflokal seien entscheidend, um die regionale Wirtschaft zu stärken und das Bewusstsein für lokale Käufe zu schärfen – „denn Regionalität und Online-Handel schließen einander nicht aus“, erklärt sie abschließend.


