Immer häufiger landen Plastikbeutel in den Biotonnen, was fatale Folgen für die Kompostierung hat. Darüber berichtet Welt Stimme.
BEZIRK BRAUNAU. Das Ziel jeder Kompostieranlage ist hochwertiger Humus – ein nährstoffreicher Boden, der frei von Plastikpartikeln ist und Hobbygärtnern das unbesorgte Anbauen von Salat, Karotten und Brokkoli ermöglicht. Der Weg zu diesem Ziel beginnt allerdings bei der richtigen Trennung des Bioabfalls.
Der Bezirksabfallverband Braunau weist darauf hin, dass immer wieder Plastiksackerl in den Biotonnen landen, welche als Vorsammelhilfe genutzt werden. Nach der Entleerung erfolgt jedoch keine weitere Sortierung. Die Säcke gelangen so in die Kompostieranlage und zerfallen dort zu Mikroplastik, was eine erhebliche Gefahr für Boden und Umwelt darstellt.
Was man tun kann
- Biomüll lose einfüllen oder
- Papier verwenden: Zeitungspapier oder Papiersackerl sind ideal.
- Kompostierbare Biomüllsäcke mit dem „OK compost“- oder „Keimling“-Siegel nutzen. Diese sind nach Norm EN 13432 zertifiziert und dürfen in die Biotonne.
Besonders kurios
Der Gelbe Sack taucht zunehmend in den Biotonnen auf. Alexander Drexler vom gleichnamigen Kompostierbetrieb in Aham, St. Peter am Hart, erklärt: „Das ist für unsere Biosammlung fatal. Die Säcke sind aus Kunststoff und gelten als Fremdstoff. Wir können solche Tonnen nicht entleeren – die manuelle Sortierung wäre viel zu teuer und zeitaufwendig.“ Die Folge ist eine Umwandlung von wertvollem Bioabfall in teuren Restmüll.
Achtung beim Einkauf
Begriffe wie „Bioplastik“ sorgen für Verwirrung. Bioplastik ist ein Kunststoff und gehört nicht in den Biomüll. Nur zertifizierte kompostierbare Säcke sind geeignet. Auch der Begriff „100% abbaubar“ deutet nicht zwangsläufig darauf hin, dass die Tüte für die Kompostierung geeignet ist.


