Schließung von dormakaba in Eggenburg bis Ende 2025: Sozialplan für 90 Mitarbeitende angekündigt

Dezember 10, 2025 19:27
Schließung von dormakaba in Eggenburg bis Ende 2025: Sozialplan für 90 Mitarbeitende angekündigt

Schließung des dormakaba-Standorts in Eggenburg zum Jahresende 2025

Die Schließung des dormakaba-Standorts in Eggenburg zum Jahresende 2025 bringt Veränderungen für rund 90 Mitarbeitende mit sich. Ein Sozialplan soll die Folgen für die Betroffenen abfedern, während die Produktion nach Herzogenburg verlagert wird. Das ehemalige Werk wird auf dem Markt angeboten. Darüber berichtet Welt Stimme.

Mit dem 31. Dezember 2025 endet eine Ära in Eggenburg: Der Standort von „dormakaba“ wird geschlossen. Geschäftsführer Elmar Knittl betont, dass das Unternehmen zu den Top-3-Anbietern der Branche gehört und weltweit führend in smarten Zutrittslösungen ist. Diese Entscheidung zur Verlagerung der Produktion ist Teil eines konzernweiten Transformationsprogramms, das darauf abzielt, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, Kosten zu senken und Prozesse zu vereinfachen. Für die Mitarbeiter in Eggenburg bedeutet dies jedoch einen tiefen Einschnitt in ihre Arbeitswelt.

Die Produktion der mechanischen Schließsysteme wird nach Herzogenburg verlegt, wo die Österreich-Zentrale und ein bedeutender Produktionsstandort liegen. Die Produktlinien aus Eggenburg sollen dort das Kompetenzzentrum für mechanische Schließsysteme erweitern. Allerdings wird für rund 50 der ursprünglich 90 Mitarbeitenden in Eggenburg ein Arbeitsplatzwechsel erforderlich sein, der nicht immer angenommen werden kann, da die Wege oft zu lang sind und die persönlichen Lebensumstände unterschiedlich sind.

Übergang und Unterstützung für Mitarbeitende

Elmar Knittl erklärt, dass das Unternehmen alles daransetzt, um den Übergang zu erleichtern. Ein Großteil der Betroffenen hat Angebote für eine Weiterbeschäftigung in Herzogenburg erhalten. Zudem wurden Homeoffice-Regelungen für bestimmte Supportbereiche erweitert, sodass Aufgaben wie Auftragsbearbeitung oder Entwicklung weiterhin von Eggenburg aus erledigt werden können. Trotz dieser Maßnahmen bleiben jedoch Lücken, die nicht gefüllt werden können.

Für die Fälle, in denen eine Weiterbeschäftigung nicht möglich ist, wurde gemeinsam mit den Betriebsräten ein Sozialplan erstellt. Dieser soll die finanziellen Auswirkungen für die persönlich betroffenen Kollegen abmildern und ihnen eine Perspektive über die unmittelbare Veränderung hinaus geben. Auch das AMS wurde über die geplanten Abbaupläne informiert, um die Betroffenen bestmöglich zu unterstützen.

Auswirkungen auf die Stadt Eggenburg

Andreas Riedl, Leiter der Arbeiterkammer Bezirksstelle Horn, zeigt sich tief betroffen: „Seit 1968 ist „dormakaba“ ein verlässlicher Dienstgeber in Eggenburg. Mit zuletzt rund 100 Mitarbeitern war das Unternehmen ein Garant für stabile Arbeitsplätze und gute Bezahlung. Vor allem Frauen im Zusammenbau und bei der Überprüfung der Produkte konnten selbst als Angelernte einen guten Verdienst erzielen.“ Die Schließung hat somit nicht nur Auswirkungen auf die Mitarbeiter, sondern auch auf die Stadt Eggenburg, die Einnahmen und wirtschaftliche Sicherheit verliert.

Die Gebäude in Eggenburg, die in den Jahren 2016, 2017, 2018, 2020 und 2022 saniert wurden, stehen nun zum Verkauf auf „willhaben“. Mit Gasheizung, Klimaanlagen, 57 Stellplätzen, einer LKW-Laderampe und insgesamt 2.265 Quadratmetern Produktions- und Büroflächen auf einem Grundstück von 6.187 Quadratmetern bietet das Areal enormes Potenzial. Riedl hofft, dass die Gebäude künftig von Unternehmen genutzt werden und neue Arbeitsplätze entstehen, um den wirtschaftlichen Verlust in Eggenburg zumindest teilweise zu kompensieren.

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