Steirischer Arbeitsmarkt unter Druck: Arbeitslosigkeit im August um 7,6 Prozent gestiegen
Der steirische Arbeitsmarkt steht unter Druck, AMS-Landesgeschäftsführer Karl-Heinz Snobe zeigt sich dennoch zuversichtlich. Im Interview mit Welt Stimme führt er aus, was es jetzt für eine positive Trendwende braucht und wozu er Jobsuchenden sowie Betrieben rät.
STEIERMARK. Die Arbeitslosigkeit in der Steiermark hat im August 2025 um 7,6 Prozent zugenommen, wodurch insgesamt 37.356 Personen arbeitslos gemeldet sind. Damit verzeichnet das Bundesland den zweithöchsten Anstieg in Österreich, nach Salzburg. „Es ist eine angespannte Situation“, fasst AMS-Landesgeschäftsführer Karl-Heinz Snobe die Lage zusammen. Eine Entspannung des Arbeitsmarktes ist bis Jahresende nicht in Sicht.
Im Gespräch betont Snobe, dass die Steiermark insbesondere auf Frauen, ältere und junge Arbeitskräfte angewiesen ist, um dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. „Die Steiermark ist ein Industrie- und Exportbundesland, was auch andere Wirtschaftsbereiche antreibt. Doch die Exportprobleme belasten die gesamte Wirtschaft“, so Snobe weiter.
Die steigenden Arbeitslosenzahlen sind in ganz Österreich zu beobachten, jedoch sind die Auswirkungen in der Steiermark besonders stark. „Die Steiermark war das erste Bundesland, in dem die Arbeitslosigkeit seit Februar 2023 angestiegen ist, was an der Autoindustrie liegt“, erklärt Snobe. Die Sparmaßnahmen der Verbraucher und der Kaufkraftverlust haben zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in Bereichen wie Handel und Dienstleistungssektor geführt.
Snobe bleibt optimistisch: „Trotz der steigenden Zahlen liegen wir deutlich unter den Rekordständen der letzten Jahrzehnte. Die demografische Entwicklung spielt hierbei eine entscheidende Rolle, denn Unternehmen wissen, dass eine massive Pensionierungswelle bevorsteht.“
„Sollte das Wirtschaftswachstum wieder bei etwa 1 bis 1,5 Prozent liegen, wird auch der Fachkräftemangel zurückkehren“, fügt Snobe hinzu. Er sieht mehrere Möglichkeiten, um dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken: Die steigende Erwerbstätigenquote von Frauen, die Anpassung des Pensionsantrittsalters, die Förderung von Ausbildungen in zukunftsorientierten Bereichen, Umschulung arbeitsloser Menschen sowie kontrollierte Zuwanderung.
Ein weiteres Thema im Gespräch war die Koralmbahn, die Snobe als Signalmotiv für den Arbeitsmarkt bezeichnet. „Es wird keine Hemmnisse mehr geben, gleichzeitig in Graz und Klagenfurt zu arbeiten. Diese Entwicklung wird für Regionen, die bisher wirtschaftlich benachteiligt waren, einen bedeutenden Fortschritt darstellen.“
Für Menschen, die derzeit auf Jobsuche sind, hat Snobe den Rat: „Wartet nicht zu lange und seid nicht zu wählerisch. Langzeitarbeitslosigkeit ist das größte Risiko, und die Chancen, einen Job zu finden, sinken nach zwölf Monaten drastisch.“
Abschließend appelliert Snobe an die Arbeitgeber: „Hört auf die Entwicklungen und meldet eure Stellen rasch dem AMS, wenn ihr eine positive Wendung wahrnehmt.“ Das Wichtigste sei jedoch Zuversicht: „Wir müssen die Negativität hinter uns lassen und uns auf das konzentrieren, was uns wirklich nach vorne bringt.“
Darüber berichtet Welt Stimme.


