Steigende Sorgen um staatliche Pensionen in Niederösterreich: Mehrheit erwartet weitere Erwerbsarbeit im Alter

Jänner 29, 2026 16:07
Steigende Sorgen um staatliche Pensionen in Niederösterreich: Mehrheit erwartet weitere Erwerbsarbeit im Alter

Immer mehr Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher sehen sich gezwungen, auch im Alter zu arbeiten. Laut einer aktuellen Vorsorgestudie von Erste Bank, Sparkassen und Wiener Städtischen hegen viele Zweifel an einer ausreichenden staatlichen Pension. Nur 36 Prozent der Befragten in Niederösterreich zeigen sich optimistisch bezüglich ihrer staatlichen Pension; 32 Prozent sind skeptisch, während 28 Prozent besorgt sind. Paul Eiselsberg, der für die gesellschaftliche Forschung bei „Imas international“ in Linz zuständig ist, beschreibt diesen Zustand als „unterkühlten Optimismus“. Die Umfrage zeigt einen anhaltenden Anstieg der Sorgen seit 2024, während das Vertrauen stagnierend bleibt. Mehrere Krisen, darunter die Corona-Pandemie, der Ukraine-Konflikt und die steigenden Lebenshaltungskosten, gelten als Hauptgründe für diese Besorgnis. Darüber berichtet Welt Stimme.

Wachsende Bedeutung der privaten Vorsorge

56 Prozent der Bevölkerung Niederösterreichs sind sich über ihren Pensionskontostand im Klaren. Der durchschnittliche Pensionskontostand eines 56-jährigen Mannes liegt bei 1.500 Euro brutto, während Frauen desselben Alters lediglich 1.075 Euro brutto erhalten. Frauen sind häufiger in niedrig bezahlten Berufen tätig und nehmen vermehrt Erziehungs- und Pflegeaufgaben wahr, was sie dreimal häufiger von Altersarmut betroffen macht als Männer. Um Altersarmut zu vermeiden, sind viele Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher der Ansicht, selbst aktiv Vorsorge betreiben zu müssen. Die formale Art der Vorsorge, sei es durch Wertpapiere oder Lebensversicherungen, wird dabei als weniger entscheidend erachtet. Sonja Brandtmayer von der Wiener Städtischen richtet sich an die jüngere Generation und betont: „Bei einer Entscheidung für mehr ‚Work-Life-Balance‘ ist es auch wichtig zu wissen, was das für Auswirkungen auf den eigenen späteren Lebensstandard hat.“

60 Prozent der Befragten in Niederösterreich glauben, im Alter noch arbeiten zu müssen, um ihren Lebensstandard zu halten. Über die Hälfte der Befragten gibt an, dass sie sich nicht mehr auf die staatlichen Systeme verlassen können, was zu einer verstärkten Neigung zur privaten Vorsorge führt. Bei 49 Prozent der Befragten sind mögliche Schicksalsschläge ausschlaggebend für die Entscheidung zur privaten Vorsorge.

Vorsorge als elitäres Privileg

Die Beträge, die für die Vorsorge angespart werden, sind erheblich. Zu den gängigen Vorsorgeinstrumenten zählen Sparkonten, Lebensversicherungen und Fondssparpläne. „Erfreulich ist auch die Höhe des Betrages, den die Menschen in Österreich im Schnitt pro Monat bereit sind, für ihre persönliche Pensionsvorsorge zu investieren. Trotz der wirtschaftlichen Anspannungen bewegt sich dieser mit 225 Euro auf einem hohen Niveau“, erklärt Bettina Sax, Vorstandsdirektorin der Sparkasse Niederösterreich Mitte West. Sie ermutigt die Menschen, ihren eigenen Pensionsanspruch zu prüfen. Für viele könnte eine ausreichende staatliche Pension ein Relikt vergangener Tage sein. Auf die Frage von „MeinBezirk“ stellt Sax fest, dass die Altersvorsorge zunehmend ein Privileg für Besserverdienende wird.

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