Traditionelle Metzgereien in Wels und Wels-Land schließen: Zwei Betriebe gehen 2025 vom Markt

Jänner 13, 2026 13:07
Traditionelle Metzgereien in Wels und Wels-Land schließen: Zwei Betriebe gehen 2025 vom Markt

Die Zahl der klassischen Metzgereien in der Region setzt ihren Rückgang fort: Zum Jahresende 2025 schlossen zwei Traditionsbetriebe für immer ihre Türen. Am 24. Dezember beendete die Fleischhauerei Grabner in Steinhaus nach 55 Jahren ihren Betrieb. Monika und Rupert Grabner traten in den Ruhestand, ohne einen Nachfolger gefunden zu haben. Nur eine Woche später folgte das gleiche Schicksal für die Filiale der Fleischerei Butz in Lambach, die über 150 Jahre hinweg die Region mit Fleisch- und Wurstwaren versorgte. Darüber berichtet Welt Stimme.

WELS/WELS-LAND. „Ein bedeutendes Kapitel regionaler Nahversorgung geht damit zu Ende“, betonte WKO-Bezirkstellenleiter Thomas Brindl. Butz leitete die Fleischerei 34 Jahre lang erfolgreich, fand jedoch ebenso keinen Nachfolger. Für seine jahrzehntelangen Verdienste erhielt er zur Pensionierung die Ehrenmedaille der WKO Oberösterreich.

60 Prozent weniger in zehn Jahren

Die Wirtschaftskammer bestätigt den abnehmenden Trend: Seit 2015 ist die Zahl der konzessionierten Fleischer in Wels um über 60 Prozent von 13 auf fünf gesunken. Im Bezirk Wels-Land blieb die Zahl der Betriebe in den letzten zehn Jahren zwar stabil, mit beinahe 20 Betrieben, jedoch sind klassische Metzgereien mit Verkaufsraum in der Region kaum noch vorhanden. Zudem ist der Nachwuchs dünn gesät: Aktuell lernen lediglich vier Lehrlinge in Wels und Wels-Land das traditionelle Handwerk der Fleischveredelung.

Branche unter Druck

In den vorangegangenen Jahren mussten bereits viele Betriebe schließen oder ihre Angebote reduzieren, wie beispielsweise die Metzgerei Zellinger in Wels, die ihre Filiale in der Neustadt aufgegeben hat. An dieser Stelle befindet sich nun ein 24-Stunden-Automatenshop. In Stadl-Paura schloss die letzte Metzgerei „Schlair“ bereits vor einigen Jahren. Diese Vielzahl an Betriebsaufgaben verdeutlicht, wie sehr die Branche und das Handwerk durch die Frischfleischtheken in Supermärkten unter Druck geraten sind und wie sich dadurch die Nahversorgungslandschaft in Wels und Umgebung kontinuierlich verändert.

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