Traditionsgeschäfte in der Inneren Stadt Wiens weichen zunehmend kommerziellen Ketten

Feber 7, 2026 09:07
Traditionsgeschäfte in der Inneren Stadt Wiens weichen zunehmend kommerziellen Ketten

Immer mehr Traditionsbetriebe verlassen die Innere Stadt. In den letzten Jahren haben zahlreiche langjährige Unternehmen die besten Lagen in Wiens Zentrum verlassen. Allein im Jahr 2025 verschwanden prominente Namen wie Freytag & Berndt, die ÖBV-Buchhandlung und „Zur Schwäbischen Jungfrau“ aus dem Stadtbild. Diese Entwicklung ist auf den erheblichen wirtschaftlichen Druck zurückzuführen.

Ein entscheidender Faktor für die Verdrängung ist der Anstieg der Immobilienpreise. Laut der Wiener Wirtschaftskammer (WKW) haben die Mieten in den Top-Lagen in wenigen Jahren um bis zu 55 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren zugenommen, im Durchschnitt um 36,27 Prozent seit 2020.

Wenig Leerstand

Für viele Traditionsunternehmen sind diese steigenden Fixkosten kaum noch tragbar. Die Folge ist eine zunehmende Konzentration von internationalen Mode- und Lifestyle-Marken am Graben und auf der Kärntner Straße. Im „Goldenen Quartier“ und am Kohlmarkt hat sich zudem ein exklusives Luxussegment mit Marken wie Gucci und Louis Vuitton etabliert, erklärt die WKW.

Trotz des Verschwindens bekannter Namen ist die Innere Stadt nicht von Leerstand betroffen. Laut Daten des WKW-Portals „freielokale.at“ lag die Leerstandsquote im Jahr 2025 bei nur 4,8 Prozent.

Dieter Steup, Bezirksobmann der WKW, sieht diese Fluktuation als natürlichen Prozess: „Eine Rotation ist aufgrund von Generationswechsel bzw. der sich verändernden Konsumentenwelt nicht nur normal, sondern auch notwendig.“ Wirtschaftlich betrachtet sei Leerstand „evident und auch gesund“. Er schaffe den notwendigen Raum für neue Konzepte in einer sich verändernden Handelslandschaft, erklärt er.

Die Lage macht’s

Die Vermietung geschieht jedoch nicht überall im gleichen Tempo. Während die Wollzeile nahezu vollvermietet ist, verzeichnen Straßen wie die Wipplingerstraße oder die Ringstraße eine langanhaltende Rotation. Im Durchschnitt dauert es vier bis sechs Monate, bis ein Geschäftslokal neu besetzt wird. Dabei zeigt sich ein klarer Trend: Kleine Einheiten finden deutlich schneller Nachmieter als große Flächen, da das finanzielle Risiko für Betreiber geringer ausfällt.

Abschließend bleibt festzuhalten: Obwohl der Tourismus eine belebte Innere Stadt sichert, machen die daraus resultierenden steigenden Kosten es für Traditionsbetriebe immer schwieriger, ihre Lagen zu halten. Darüber berichtet Welt Stimme.

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