Traditionslokal „Thomawirt“ in Graz meldet Insolvenz an und plant Fortführung

Oktober 8, 2025 14:52
Traditionslokal "Thomawirt" in Graz meldet Insolvenz an und plant Fortführung

Thomawirt in Graz startet Sanierungsverfahren

Das Grazer Restaurant „Thomawirt“ in der Leonhardstraße steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Wie der Kreditschutzverband KSV1870 und der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) am Mittwoch bekanntgaben, wurde ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet – die Fortführung des Lokals ist aber geplant. Darüber berichtet Welt Stimme.

GRAZ. Am Mittwoch wurde über das Vermögen der TW Gastronomie GmbH, Betreiberin des „Thomawirt“, beim Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Geschäftsführer ist Markus Schaffer, Gesellschafterin die Profutura Beteiligungs GmbH. Damit gerät ein Stück Grazer Wirtshaustradition ins Wanken: Laut eigenen Angaben wurde das Lokal bereits im Jahr 987 als „Neumoar“ und „Thomawirt“ erstmals urkundlich erwähnt und über Jahrhunderte als Gasthaus im obersteirischen Götzendorf geführt. Im Jahr 2006 eröffnete das Lokal in Graz-Leonhard neu und besteht in der Leonhardstraße 40-42 seitdem auf drei Etagen als Kaffeehaus, Restaurant und Bar mit traditioneller österreichischer Küche. Aktuell beschäftigt das Lokal zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Pandemie und Kostensteigerungen belasten den Betrieb

Das Unternehmen gibt an, dass sich das Konsumverhalten der Gäste seit der Corona-Pandemie erheblich verändert hat. Viele Menschen gehen seltener essen oder verzichten ganz auf Restaurantbesuche. Gleichzeitig belasten Inflation, steigende Energiepreise, höhere Personalkosten und teurere Lebensmittel die wirtschaftliche Situation des Lokals. Trotz Sparmaßnahmen und Gesprächen mit Banken konnte bisher keine nachhaltige Lösung gefunden werden.

Die Schulden belaufen sich laut den Gläubigerschützern auf rund 578.300 Euro, während den Vermögenswerten von etwa 62.200 Euro gegenüberstehen. Dennoch wird geplant, den „Thomawirt“ weiterzuführen. Der vorgelegte Sanierungsplan sieht vor, dass die 22 Gläubiger 20 Prozent ihrer Forderungen innerhalb von zwei Jahren erhalten. Laut KSV1870 und AKV soll das Geld aus dem laufenden Betrieb erwirtschaftet werden.

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