Transportwirtschaft in Österreich kämpft mit Herausforderungen
Die heimische Transportwirtschaft steht vor erheblichen Problemen, die durch eine schwache Konjunktur, hohe Dieselpreise, Fahrermangel und Fahrbeschränkungen verstärkt werden. Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der WKÖ, berichtet von einem Anstieg der Kosten um 35 Prozent in den letzten fünf Jahren, wobei alleine in diesem Jahr für einen 40-Tonnen-Sattelzug fast 85.000 Euro für Steuern und Abgaben zu zahlen sind.
In den vergangenen 14 Jahren hat der Staat nahezu sechs Milliarden Euro an Ertragssteuern und Dividenden aus Autobahnen und Schnellstraßen eingenommen, allein in diesem Jahr rund 500 Millionen Euro. Dieses Geld hätte die Transportwirtschaft gerne zweckgebunden für die Infrastruktur eingesetzt. Während die Landwirte von der Spritpreis-Entlastung in Form von „Agrardiesel“ profitierten, blieben die Frächter bisher ohne Unterstützung und fordern einen „Gewerbediesel“, einschließlich einer vorübergehenden Aussetzung des CO2-Preises sowie eine Senkung der Mineralölsteuer auf das EU-Mindestniveau.
Die hohen Spritpreise belasten auch die Taxibranche, deren Tarife seit 2023 nicht angepasst wurden. Zudem meldet die Busbranche Unmut über mangelnde Preisanpassungen, insbesondere in Ostösterreich, wo zwei große Verkehrsverbünde entsprechenden Forderungen widersprochen haben. Ein weiteres Problem ist der Mangel an Fahrern; die Branche ist überaltert, und die Bemühungen, Frauen für den Beruf zu gewinnen, blieben bislang wenig erfolgreich.
Zu Jahresbeginn 2026 waren nur 27 Prozent der Lehrlinge in der Verkehrsbranche weiblich. Klacska fordert eine frühere Einstiegsmöglichkeit in den Fahrerberuf, ähnlich dem L17-Führerschein für Pkw, der sich in Österreich bewährt hat. Darüber hinaus sieht die Verkehrswirtschaft auch beim Ausbau von Straßen und Schienen unzureichende Berücksichtigung ihrer Anliegen. Der geplante Ausbau der Zubringerstrecken zum Brenner-Basistunnel in Bayern verzögert sich, während anstehende große Brücken-Sanierungsprojekte in Westösterreich die Branche zusätzlich belasten.
Einordnung
Die Herausforderungen in der Transportwirtschaft erfordern dringende Maßnahmen seitens der Politik. Ein fehlendes Maßnahmenpaket zur Reduzierung der Kosten und eine ungleiche Behandlung im Vergleich zu anderen Branchen könnten langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Transportwirtschaft gefährden. Ohne gezielte Unterstützung drohen ernsthafte Konsequenzen für die Branche und die damit verbundenen Arbeitsplätze.


