Wiener Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck fordert erneut die Sonntagsöffnung für die Hauptstadt. Diese Forderung stößt auf scharfe Kritik seitens der Gewerkschaft GPA. Darüber berichtet Welt Stimme.
WIEN. Die Diskussion um die Sonntagsöffnung wird immer wieder in der Politik aufgegriffen. Neben der Wirtschaftskammer war auch der verstorbene Bauunternehmer Richard Lugner ein prominenter Befürworter dieses Vorhabens. Nun bekräftigt Walter Ruck, Präsident der Wiener Wirtschaftskammer, in einem Interview mit der Kronen Zeitung, seine Position während des Song Contests. „Wien gilt als besonders lebenswerte Weltstadt, lassen wir die ausländischen Gäste das doch genießen. Dazu sollten die Händler die Freiheit haben, auch am Sonntag aufzusperren“, äußerte Ruck.
Ruck wies auch die Bedenken zurück, dass eine Sonntagsöffnung negative finanziellen Auswirkungen für die Mitarbeiter haben könnte: „Da gibt es ja Kollektivverträge mit entsprechend höheren Zahlungen und einem Zeitrahmen, ich verstehe nicht, warum die Geschäfte diese Umsätze nicht machen dürfen. Es ist in Zeiten wie diesen schade um jeden Euro, der nicht ausgegeben wird. Es geht um einen Mehrumsatz, den alle gut brauchen könnten.“
GPA kontert mit Umfrage unter Handelsangestellten
Die Gewerkschaft GPA sieht das jedoch anders und reagiert mit einer Aussendung auf das Interview. Eine Umfrage der GPA zeigt, dass 95 Prozent der Beschäftigten Sonntagsarbeit ablehnen. Mario Ferrari, Bundesgeschäftsführer der GPA, betont, dass der Sonntag für viele der einzige verlässlich freie Tag sei, der für Familie und soziale Kontakte genutzt werden kann. Ferrari bezeichnet die Freiwilligkeit der Sonntagsarbeit als „reine Illusion“, da viele Beschäftigte wenig Mitspracherecht bei der Gestaltung ihrer Dienstpläne hätten. Zudem würde eine Sonntagsöffnung die bereits hohen körperlichen und seelischen Belastungen der Mitarbeiter sowie den bestehenden Personalmangel weiter verschärfen.


