Wirtschaftliche Unsicherheit: Österreichs Konsumenten und Handel bleiben pessimistisch für 2026

Jänner 13, 2026 17:57
Wirtschaftliche Unsicherheit: Österreichs Konsumenten und Handel bleiben pessimistisch für 2026

Wegen wirtschaftlicher Unsicherheit, steigender Arbeitslosigkeit und anhaltend hoher Inflation rechnen die Konsument:innen in Österreich auch für 2026 nicht mit einer Verbesserung ihrer finanziellen Situation. Dies zeigt eine Analyse des Instituts für Handel, Absatz und Marketing an der Johannes Kepler Universität (JKU). Darüber berichtet Welt Stimme.

Ö/OÖ. Eine Mehrheit der privaten Haushalte in Österreich schätzt die Finanzsituation für die kommenden 12 Monate negativ. Im EU-Durchschnitt gibt es ebenfalls keinen Aufwärtstrend. Die Einschätzung der finanziellen Lage in den nächsten Monaten fällt in zehn EU-Ländern positiv und in 17 negativ aus. Österreich belegt im EU-Ranking beim finanziellen Ausblick den 17. Platz. Deutsche Konsument:innen bewerten ihre finanzielle Lage im Jahr 2026 zwar etwas schlechter als im Vorjahr, jedoch leicht besser als im EU-Durchschnitt (Platz 12).

„Gedämpfte Erwartungen bremsen den Konsum, während die ausbleibende konjunkturelle Dynamik diese Zurückhaltung weiter verstärkt. Diese wechselseitige Blockade macht einen selbsttragenden, nachhaltigen Aufschwung kurzfristig unwahrscheinlich“,

erklärt Christoph Teller, Vorstand des IHaM.

„Zwar weisen erste Prognoseindikatoren auf eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in Österreich hin, die aber voraussichtlich erst im Laufe des Jahres eintreten wird. Zu verunsichert sind die Konsument:innen von der anhaltend hohen Inflation zu Jahresende 2025. Dementsprechend fallen die Erwartungen des Einzelhandels für das I. Quartal nicht besser als im Vorjahr aus“,

so Ernst Gittenberger vom IHaM.

EU-Durchschnitt im Einzelhandel positiv

Der Ausblick auf das I. Quartal 2026 fällt im österreichischen Einzelhandel dementsprechend verhalten aus. Die Einschätzungen der Einzelhandelsmanager:innen zur Geschäftslage für das I. Quartal bleiben negativ, ähnlich wie zum Jahreswechsel 2024/2025. Noch pessimistischer als in Österreich startet einzig der Einzelhandel in Deutschland, Belgien und Ungarn ins Jahr 2026. In 18 EU-Ländern fallen die Einschätzungen für das I. Quartal 2026 hingegen positiv aus – am besten in Schweden. Im Durchschnitt bewerten die Einzelhandelsmanager:innen den Geschäftsverlauf im I. Quartal 2026 positiv. Aus Sicht von Christoph Teller kann der Einzelhandel jedoch „als unmittelbare Schnittstelle zwischen Angebot und Nachfrage“ dazu beitragen, die Situation zu stabilisieren – beispielsweise durch „Stabilität in Preisstrategien, Verlässlichkeit in Sortiments- und Servicequalität oder gezielte Investitionen in Kundennähe“.

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