Wirtschaftsbund prognostiziert 2026 als Jahr der Veränderungen für Oberösterreichs Wirtschaft

Jänner 7, 2026 14:58
Wirtschaftsbund prognostiziert 2026 als Jahr der Veränderungen für Oberösterreichs Wirtschaft

Oberösterreichs Wirtschaft im Spannungsfeld von Herausforderungen und Chancen

Oberösterreichs Wirtschaft steht vor einem Jahr der Weichenstellungen. Wirtschaftsbund-Landesobfrau Doris Hummer, Vizerektor der Universität für Weiterbildung Krems Daniel Varro und Wirtschaftsbund-Landesgeschäftsführer Thomas Mitterhauser beleuchten zum Jahresauftakt die Prognosen und Strategien für die Zukunft. Darüber berichtet Welt Stimme.

OBERÖSTERREICH. Die wirtschaftliche Situation in Oberösterreich zeigt sich angespannt, jedoch gibt es erste positive Anzeichen. Während ein Wachstum von 1,0 bis 1,2 Prozent für Österreich insgesamt erwartet wird, bleibt Oberösterreich aufgrund seiner exportorientierten Struktur weiterhin in einer Stagnationsphase.

Präsidentin Doris Hummer betont:

„In einer neuen Wirtschaftsordnung, geprägt durch Zölle, Angriffskriege, Aufrüstung, unfaire Handelspraktiken – China –, europäischen Irrwegen in punkto Regulatorik, müssen wir uns unserer Stärken bewusst sein und diese stärken und ebenso konsequent die Krise dazu nutzen, unsere Schwächen abzubauen.“

Positive Signale und Herausforderungen

Im Jahr 2025 zeigte die Industrieproduktion in Oberösterreich gemischte Ergebnisse. Während die Pharmaindustrie und die Metallerzeugung Zuwächse verzeichneten, gab es im Maschinenbau einen Rückgang von drei Prozent, was Besorgnis auslöst. Zudem sanken die Exporte in die USA um 20 Prozent. Wirtschaftsforschungsinstitute wie WIFO und IHS prognostizieren für 2026 ein leichtes Wachstum, das jedoch unter dem EU-Durchschnitt bleibt. Vizerektor Daniel Varro sieht darin dennoch einen Ansatz zur Erholung: „Es geht in die richtige Richtung, mit einer breiten Erholung nach Jahren der Rezession.“

Die Inflation, die zuletzt auf 2,4 Prozent gesunken ist, bleibt ein zentrales Thema. Hohe Löhne und steigende Gebühren treiben die Teuerung weiter an. Gleichzeitig zeigt der Arbeitsmarkt in Oberösterreich einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit, während die Staatsquote mit 56,3 Prozent ein strukturelles Problem darstellt. Diese liegt beim EU-Durchschnitt nur bei 50 Prozent. Hier muss Österreich seine Kosten um 35 Millionen senken, erklärt Varro.

Strategische Forderungen für 2026

Präsidentin Doris Hummer skizziert klare Ziele für die wirtschaftliche Zukunft Oberösterreichs. „Österreichs wirtschaftliche Zukunft entscheidet sich dort, wo Leistungsbereitschaft, Know-how und Innovationskraft auf internationale Wettbewerbsfähigkeit treffen.“ Sie fordert gezielte Investitionen in vier Schlüsselbereiche: Exportpotenziale, Innovation und Forschung, eine zukunftsgerichtete Industriestrategie sowie die Absicherung der beruflichen und dualen Ausbildung. Besonders betont sie die Bedeutung von Handelsabkommen und die Förderung von GreenTech und Kreislaufwirtschaft als Stärkefelder der oberösterreichischen Wirtschaft.

Thomas Mitterhauser, Geschäftsführer des Wirtschaftsbundes Oberösterreich, hebt in diesen herausfordernden Zeiten die Bedeutung einer starken Gemeinschaft hervor. „Unsere Funktionärinnen und Funktionäre leisten tagtäglich wertvolle Arbeit für die Interessen der Wirtschaft, oft fernab der Öffentlichkeit.“ Er kündigt an, gezielt den Dialog mit den Mitgliedern zu suchen und deren Anliegen in die Weiterentwicklung der Organisation einzubinden.

Präsidentin Hummer fasst zusammen:

„Die Krise bietet die Möglichkeit, strukturelle Defizite zu beseitigen und unsere Stärken zu stärken.“

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