Der traditionelle Neujahrsempfang des Raiffeisenverband Salzburg fand am 8. Jänner 2025 in der Felsenreitschule statt und thematisierte wirtschaftspolitische Weichenstellungen. Rund 1.300 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Kultur und Sport waren anwesend. Ehrengast und Gesprächspartner des RVS-Generaldirektors Heinz Konrad war der Ökonom Franz Schellhorn, Direktor der Denkfabrik Agenda Austria. Darüber berichtet Welt Stimme.
SALZBURG. In seiner Rede erläuterte Heinz Konrad die gegenwärtige wirtschaftliche Situation in Salzburg. Obwohl die längste Rezession seit 1945 überwunden sei, verlaufe die Erholung schleppend. Hohe Inflation, steigende Energiepreise, kräftige Lohnabschlüsse und eine zunehmende Bürokratie setzten die Unternehmen stark unter Druck.
Konrads zentrale Botschaft lautet: Salzburgs Wirtschaft benötigt dringend spürbare Entlastungen. „Unsere Betriebe sagen immer wieder dasselbe: Ohne echte Reformen leidet die Wettbewerbsfähigkeit. Beschönigungen oder Abwarten helfen nicht mehr. Wenn wir Wohlstand und soziale Sicherheit sichern wollen, müssen wir jetzt handeln“, betonte der Generaldirektor.
Schellhorn: „Mehr Steuern sind keine Antwort“
Franz Schellhorn stellte sich hinter diesen Aufruf. Zusätzliche Schulden und steigende Steuern seien kein Ausweg aus der wirtschaftlichen Stagnation. Vielmehr sei eine strukturelle Kurskorrektur erforderlich. Der Staat müsse effizienter werden und die Ausgabenquote schrittweise senken, um Raum für Entlastungen und Investitionen zu schaffen.
Schellhorn nannte mögliche Vorbilder wie die Schweizer Schuldenbremse, sozialpolitische Reformmodelle aus Dänemark sowie einen konsequenten Bürokratieabbau. Das Ziel müsse es sein, Arbeit und Investitionen wieder attraktiver zu machen und den Mittelstand zu stärken.
Leistung müsse sich wieder lohnen
Konrad sieht auch beim Lohn- und Steuersystem dringenden Reformbedarf. Ein großer Teil der Erwerbstätigen arbeite aus steuerlichen Gründen nicht mehr in Vollzeit, was eine problematische Entwicklung darstelle, insbesondere im Hinblick auf die langfristige Altersvorsorge. „Wenn wir wirtschaftlich wieder nach vorne kommen wollen, wird mehr Leistung notwendig sein und die muss sich auch lohnen“, so Konrad.
Salzburg als starker Wirtschaftsstandort
Trotz der Herausforderungen bewertet Raiffeisen Salzburg das Bundesland weiterhin als gut positioniert. Salzburg hat das höchste BIP pro Kopf in Österreich, eine traditionell niedrigere Arbeitslosenquote und zählt zu den leistungsfähigsten Regionen Europas. Konrad betonte, dass Raiffeisen einen wesentlichen Beitrag dazu leiste, nicht zuletzt durch die genossenschaftliche Struktur, regionale Entscheidungsfreiheit und Investitionen vor Ort.
Mit 370.000 Kundinnen und Kunden sowie 132 Bankstellen ist Raiffeisen Salzburg flächendeckend präsent, auch in strukturschwächeren Regionen. „Wir sind der wichtigste finanzielle Nahversorger im Land. Entscheidungen werden bei uns vor Ort getroffen, nicht in anderen Hauptstädten“, unterstrich Generaldirektor Konrad.
Solides Ergebnis und Auszeichnung für 2025
Wirtschaftlich zog Raiffeisen Salzburg ebenfalls eine positive Bilanz. Das Geschäftsjahr 2025 wird – begünstigt durch einen Einmaleffekt – ein Rekordergebnis hervorbringen. Zudem wurde Raiffeisen Salzburg Ende 2025 vom Elite Report und dem deutschen Handelsblatt als bester Vermögensverwalter Österreichs ausgezeichnet.
Der Abend wurde musikalisch unter anderem vom Orchester Bella Musica des Mozarteum Pre-College sowie jungen Salzburger Musikerinnen und Musikern umrahmt – ein bewusstes Zeichen für Leistung, Nachwuchs und regionale Stärke.


