Velofood feiert zehn Jahre Fahrrad-Lieferservice in Graz
Der Grazer Fahrrad-Lieferservice Velofood feiert sein zehnjähriges Bestehen. Gründer Jonathan Stallegger startete das Unternehmen im Herbst 2016 aus Leidenschaft für das Radfahren.
Mit der Gründung von Velofood setzte Stallegger auf ein nachhaltiges Liefersystem, während die Branche zu jener Zeit vorwiegend auf Autolieferungen und Einwegplastik setzte. Velofood war der erste reine Fahrrad-Lieferservice für Essensbestellungen in Graz und nutzte biologisch abbaubare Verpackungen. Stallegger erinnert sich an den Beginn: „Anfangs war ich von 9 Uhr bis 23 Uhr verfügbar, habe Restaurants akquiriert, versucht die Technik zu verbessern und bin selbst geradelt.“
Im ersten Monat verzeichnete Velofood 150 Bestellungen, die innerhalb eines Jahres auf 150 pro Tag anstiegen. In den Pandemie-Jahren kam es zu einem regelrechten Boom; heute werden täglich rund 600 Bestellungen abgewickelt. Das Unternehmen beschäftigt mittlerweile ein Team von 15 Mitarbeitern, während etwa 100 Botinnen und Boten in Graz im Einsatz sind. Stallegger ist weiterhin aktiv und fährt besonders im Winter oder an regnerischen Sonntagen selbst mit dem Rad.
Expansion und Fokus auf Nachhaltigkeit
Stallegger äußert, dass er vor zehn Jahren kaum daran dachte, dass sich seine Idee zu einem Unternehmen in dieser Größenordnung entwickeln könnte. Trotz internationaler Konkurrenz und Investorenangeboten lehnte er einen Verkauf ab: „Velofood ist ja mein Baby.“ Der Fokus liegt nun darauf, das Angebot auszubauen. Besonders das Thema Nachhaltigkeit erfreut sich bei den Grazer Kunden großer Beliebtheit. In den kommenden Jahren plant Velofood, das Mehrweg-System für Essensverpackungen weiter auszubauen und verstärkt mit Bauernmärkten zusammenzuarbeiten.
Die Auswahl der Restaurants geschieht weiterhin mit Bedacht. Stallegger betont, dass es für Velofood wichtig ist, die Arbeitsweise der Partner zu überprüfen. Dies wird nun auch verstärkt von Kundenwünschen beeinflusst.
Junge Zielgruppe und Liefergebiet
Die Hauptzielgruppe von Velofood sind nach wie vor Studierende und junge Familien. Die meisten Bestellungen kommen aus der Innenstadt sowie den Stadtteilen Geidorf, St. Leonhard und Lend. Stallegger hebt hervor, dass es zwischen den Bezirken keine signifikanten Unterschiede gibt. Das Liefergebiet wurde von vier auf fünf Kilometer rund um die Restaurantstandorte erweitert, um sicherzustellen, dass das Essen warm ankommt. Velofood-Boten verzichten zudem auf elektrische Unterstützung bei ihren Fahrrädern.
Einordnung
Velofood positioniert sich weiterhin als nachhaltige Alternative im Lieferdienstsektor und plant, sein Angebot an umweltfreundlichen Verpackungen und lokalen Partnern zu erweitern. Diese Maßnahmen könnten die Marktstellung von Velofood in Graz festigen und das Bewusstsein für nachhaltige Lieferoptionen fördern.


