Zentralraum: 94 Prozent unterstützen lokale Nahversorger und verlangen mehr regionale Produkte

September 30, 2025 17:12
Zentralraum: 94 Prozent unterstützen lokale Nahversorger und verlangen mehr regionale Produkte

Bewohner im Zentralraum bekennen sich zu ihrem lokalen Einkauf und sind bereit, für regionale Produkte mehr zu zahlen.

ZENTRALRAUM. Die Schließung des letzten Nahversorgers in den Gemeinden würde nicht nur die Einkaufsmöglichkeiten reduzieren, sondern auch die zentrale Rolle, die dieser im Gemeindeleben spielt, gefährden. Dies ist die Meinung von 94 Prozent der Befragten im Rahmen der großangelegten Meinungsumfrage „So tickt Niederösterreich“. Darüber berichtet Welt Stimme.

Die Bewohner des Zentralraums legen großen Wert auf regionale Produkte, sei es im Bereich Lebensmittel, Apotheken, Tabakläden oder Gaststätten. Besonders enttäuscht sind die 60 Prozent, die in den letzten fünf Jahren die Schließungen von Nahversorgern mitverfolgen mussten.

Regionaler „Mehrwert“

74 Prozent der Bewohner erledigen ihren täglichen Einkauf in der eigenen Gemeinde oder in der Nachbargemeinde, während ein Fünftel auf den Online-Handel zurückgreift. Allerdings hat der digitale Einkauf für nur zwei Prozent der Befragten oberste Priorität. Erfreulich für die lokale Wirtschaft ist die Erkenntnis, dass 83 Prozent bereit wären, für regionale Produkte mehr zu bezahlen.

Dennoch hat das ständig verfügbare Online-Angebot das Kaufverhalten beeinflusst: 35 Prozent der Befragten nutzen einen Mix aus lokalen Geschäften und Online-Einkäufen, während 20 Prozent ausschließlich dem stationären Handel treu bleiben. Bei 31 Prozent hängt es von dem benötigten Produkt ab, wo sie einkaufen.

Gemeinsamer Kraftakt

Die Unterstützung des lokalen Greißlers ist für die Bewohner des Zentralraums von entscheidender Bedeutung. 91 Prozent sind der Meinung, dass Politik und Gemeinden in der Pflicht sind, die Nahversorgung zu fördern. 64 Prozent fordern einen Abbau von Bürokratie, 43 Prozent möchten günstigere Mieten für gemeindeeigene Räumlichkeiten, und 44 Prozent sehen die Zukunft in der Kooperation zwischen Betrieben.

Sichere Arbeitsplätze

Über 50 Prozent der Befragten wären bereit, einen neuen Nahversorger aktiv zu unterstützen. 35 Prozent können sich eine solche Unterstützung immerhin vorstellen. Die Einschätzung, dass 98 Prozent der Bewohner des Zentralraums ohne regionalen Einkauf Arbeitsplätze gefährdet sind, zeigt das Bewusstsein für die wirtschaftliche Bedeutung der lokalen Versorgungsstrukturen.

Weitere Ergebnisse im Detail

  • Wie stark schätzen Sie die Rolle regionaler Betriebe für den sozialen Zusammenhalt im Ort ein? 79% stark – 15% gering – 2% keine Rolle – 4% KA
  • Was fehlt Ihnen derzeit am meisten in Ihrer Gemeinde? 17% Bäckerei – 7% Lebensmittelgeschäft – 19% Gasthaus – 6% Bank – 5% Post – 10% Nahversorger – 2% Apotheke – 6% Handwerksbetrieb/Dienstleister – 24% nichts – 4% KA
  • Würden Sie für regionale Produkte auch mehr bezahlen? 23% ja – 60% ja, in Maßen – 15% nein – 2% KA
  • Welche Maßnahmen könnten Nahversorgung stärken? 64% Bürokratieabbau – 39% Förderungen – 22% bessere Parkmöglichkeiten – 43% gemeindeeigene Räume günstiger vermieten – 26% Aufklärung – 44% Betriebs-Kooperationen – 20% digitale Bestellmöglichkeiten – 7% KA
  • Sichert regionaler Einkauf Arbeitsplätze? 87% ja – 11% teilweise – 1% nein – 1% KA

Die Ergebnisse der Umfrage werden detailliert von MeinBezirk Niederösterreich-Chefredakteur Oswald Hicker und Meinungsforscher Christoph Haselmayer analysiert. Ein vertieftes Verständnis der Themen wird in zukünftigen Berichten thematisiert.

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