Zukunft.HR 2025: Führungskompetenzen im Wandel – Erfolgreiche Diskussionen über Kultur und Leadership in Oberösterreich

Oktober 1, 2025 09:32
Zukunft.HR 2025: Führungskompetenzen im Wandel - Erfolgreiche Diskussionen über Kultur und Leadership in Oberösterreich

Zukunft.HR: HR-Kongress zu Leadership und Unternehmenskultur in Stift St. Florian

Am 10. und 11. September 2025 fand im Stift St. Florian der ausverkaufte HR-Kongress „Zukunft.HR“ statt, bei dem 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Herausforderungen und Chancen von Leadership und Unternehmenskultur diskutierten. Den Kongress organisierte die Abteilung Human Capital Management der oberösterreichischen Standortagentur Business Upper Austria. Darüber berichtet Welt Stimme.

„Vielleicht haben wir einen Nerv getroffen. Es ist nicht selbstverständlich, sich zwei volle Tage Zeit zu nehmen, um über Leadership und Unternehmenskultur nachzudenken. Aber möglicherweise ist jetzt der richtige Moment dafür. Wir leben in bewegten Zeiten – und es gibt keinen Grund zu glauben, dass es in den nächsten Monaten oder Jahren ruhiger wird. Führung wird weiterhin gefordert sein, Veränderung zu begleiten. Denn nichts prägt Kultur so stark wie Führung – gerade in Phasen des Umbruchs“, betonte Werner Pamminger, Geschäftsführer von Business Upper Austria.

Quartalskapitalismus als größter Feind

Trendforscher Marcel Aberle hob hervor, wie Unternehmen aktiv die Zukunft gestalten können. Entscheidend sei der Fokus auf Möglichkeiten statt Probleme. „Jede Phase braucht andere Menschen. Manager für Effizienz, Leader für Visionen. Führungskräfte müssen Orientierung geben und gemeinsam mit dem Team neue Wege entwickeln. Heute arbeiten Chefinnen und Chefs für den Erfolg ihrer Teams, nicht mehr umgekehrt“, erklärte Aberle weiter. Er forderte mehr strategische Voraussicht im Gegensatz zur Kurzfristigkeit des Börsengeschehens: „Quartalskapitalismus ist der größte Feind der Zukunft.“ Unternehmen sollen sich aktiv mit möglichen Szenarien auseinandersetzen – nicht um die Zukunft vorherzusagen, sondern um sie greifbar zu machen.

KI ist kein kleines Kind mehr

Gernot Winter von der Superintelligenz GmbH verdeutlichte die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz. „Innerhalb von fünf Jahren ist KI von ‚schlechter als ein kleines Kind‘ zu ‚besser als viele Erwachsene‘ geworden“, sagte er und fügte hinzu: „In den nächsten fünf Jahren werden wir über das, was wir heute KI nennen, lachen.“ Die Folgen für den Arbeitsmarkt seien gravierend, da laut Umfragen 49 Prozent der heutigen Fähigkeiten nicht mehr benötigt werden. Winter appellierte an die Unternehmen: „Es braucht entsprechende Kompetenzen. Ihre Mitarbeitenden nutzen KI – ob Sie es erlaubt haben oder nicht. Sie müssen das steuern.“ Ingrid Heschl von Microsoft Österreich unterstrich, dass Technologie sich ständig verändert, jedoch der Sinn der Arbeit bestehen bleibt und KI zur Mission beitragen sollte.

„Fliege dieses Flugzeug“

Philip Keil, ein erfahrener Pilot, fesselte das Publikum mit seiner Geschichte, wie er ein Flugzeug vor dem Absturz bewahrte. Er zeigte, wie wichtig Vertrauen in sich selbst ist und sprach die zentrale Regel im Cockpit an: „Fly the aircraft – fliege dieses Flugzeug!“ Dieser Leitsatz gilt auch für Führungskräfte, die laut Keil mutige Entscheidungen treffen sollen, auch wenn sie sich dabei angreifbar machen. „Denn Führung heißt: Verantwortung für sich und andere übernehmen“, so Keil weiter.

Skandinavische Glücksgefühle

Maike van den Boom brachte das Publikum in den Norden Europas, wo Skandinavien in Digitalisierung, Innovation und Mitarbeitermotivation Vorreiter ist. „Erfolg heißt nicht, besser zu sein als andere, sondern das zu tun, was man liebt“, erklärte sie und hob hervor, dass Vertrauen und echte Anteilnahme zentrale Elemente der skandinavischen Arbeitskultur sind. Väter nehmen im Durchschnitt fünf Monate Elternzeit, was die Bedeutung von Familie und Work-Life-Balance unterstreicht.

Die unsichtbare Seite der Organisation

Judith Muster von Metaplan erklärte, dass jeder, der die eigene Organisationskultur verstehen möchte, die verschiedenen Seiten der Kultur betrachten muss. „Hier finden wir alle Erwartungen und Handlungen, die sich im Schatten der formalen Organisation eingenistet haben – also die Unternehmenskultur“, sagte sie und empfahl, formale und informale Seiten klar zu trennen, um Veränderungen im Unternehmen erfolgreich umzusetzen.

Mut statt Methode

Wolfgang Spitzenberger von der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich und Franz Auinger von INOVATO berichteten von den notwendigen Änderungen in der Führungskultur und betonten: „Führung heute heißt, Widerspruch aushalten, Verbindung schaffen, gemeinsam führen.“ Im Transformationsprozess komme es weniger auf die Methode an, sondern auf den Mut zu Entscheidungen und Korrekturen, so Auinger.

Keine Lösung suchen ist auch keine Lösung

Genetiker Markus Hengstschläger sprach über das, was uns bei der Problemlösung blockiert. „Wir machen meistens das, was alle machen“, stellte er fest und plädierte dafür, die Differenzierung von vorhersehbaren und unvorhersehbaren Ereignissen zu erkennen. Er stellte die Flexicurity-Strategie vor, die Flexibilität in unvorhergesehenen Situationen und stabile Rahmenbedingungen für prognostizierbare Herausforderungen kombiniert.

An den Grundpfeilern bauen

In 24 Parallelsessions erarbeiteten die 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedene Themen wie Fehlerkultur, Diversität und digitale Transformation. Manfred Luger, Leiter der Abteilung Human Capital Management bei Business Upper Austria, fasste zusammen: „Wir haben uns viele wichtige Ansätze ins Bewusstsein geholt und aus Best-Practice-Beispielen gelernt. Es sind inspirierende Anregungen, die wir uns für unsere tägliche Arbeit mitnehmen können.“ Gleichzeitig lud er zur Zukunft.HR 2026 ein, die sich mit dem Thema Haltung beschäftigen wird.

Zukunft gestalten und weiterdenken

Die Zukunft.HR ist Teil einer Veranstaltungsreihe zur Transformation in verschiedenen Branchen. „Mit dem neuen Konzept schaffen wir eine Struktur, die Unternehmen in Oberösterreich auf ihrem Weg in die Zukunft begleitet. Wir wollen die Zukunft gestalten, nicht nur passieren lassen“, erklärte Pamminger. Am 22. Oktober 2025 steht die Zukunft.Digitalisierung mit dem Fokus „Zuverlässig und sicher: Aufbruch ins KI-Zeitalter“ als nächstes auf dem Programm.

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