Eine am Dienstag veröffentlichte Studie des Meinungsforschungsinstituts Bilendi im Auftrag des Vergleichsportals „durchblicker“ zeigt, dass immer mehr Österreicherinnen und Österreicher bei ungeplanten Ausgaben auf Konsumkredite angewiesen sind – jeder Fünfte zahlt dabei monatlich über 900 Euro. Trotz großer Unterschiede bei Zinssätzen und Gesamtkosten schließen rund 80 Prozent ihre Kredite direkt bei der Hausbank oder beim Händler ab, ohne Alternativen zu prüfen, obwohl das einiges an Geld sparen könnte.
Konsumkredite sind in Österreich zunehmend verbreitet und stellen für viele Haushalte eine ernsthafte finanzielle Belastung dar. Laut der aktuellen Fixkostenstudie 2025, die im Auftrag des Vergleichsportals „durchblicker“ durchgeführt wurde, sind rund 40 Prozent der Bevölkerung bei ungeplanten Ausgaben auf Ratenkredite angewiesen. Jeder vierte Haushalt hat bereits mindestens einen solchen Kredit aufgenommen. Diese wachsende Abhängigkeit spiegelt die wirtschaftlichen Herausforderungen wider, mit denen viele Haushalte konfrontiert sind. Laut Martin Spona, Geschäftsführer von durchblicker, fehlt es oft an finanziellen Rücklagen für notwendige Käufe wie Möbel, Haushaltsgeräte oder Fahrzeuge. Während Ratenkredite kurzfristige Lösungen anbieten, können sie langfristig zu einer seriösen finanziellen Belastung werden.
„Aus unseren Beratungsgesprächen und den steigenden Abschlussraten wissen wir, dass Konsumkredite immer häufiger zur Überbrückung benötigt werden, weil Haushalte keine ausreichenden finanziellen Rücklagen für unabdingbare Anschaffungen mehr haben. Allerdings erhöhen Ratenkredite immer auch die sowieso schon im Steigen begriffenen Fixkosten der Kreditnehmer:innen.“
Besonders besorgniserregend ist, dass 18 Prozent der Kreditnehmer monatlich mehr als 900 Euro für ihre Kredite zurückzahlen. Im Vergleich zum österreichischen Median-Einkommen von rund 55.000 Euro brutto jährlich ist dies eine erhebliche Belastung. Die Hälfte der Kreditnehmer gibt an, über 370 Euro pro Monat an Kreditraten zu zahlen, während jeder Vierte berichtet, dass die Zahlung einer Rate finanziellen Druck ausübt.
Zinsen sind zentrale Kostentreiber
Die Studie verdeutlicht, dass der Zinssatz ein entscheidender Faktor zur Reduzierung der Kreditkosten ist. Bei der Aufnahme eines Kredits für einen durchschnittlichen Gebrauchtwagen (26.310 Euro) kann die Wahl des Kreditgebers erhebliche Auswirkungen haben. Bei bester Bonität und einer Laufzeit von sechs Jahren kann der effektive Jahreszins zwischen 6,46 Prozent und 8,44 Prozent schwanken. Dies bedeutet, dass die Gesamtkosten zwischen 5.496 Euro und 7.310 Euro variieren – ein Unterschied von bis zu 1.814 Euro.
„Ein hoher Zinssatz kann die monatliche Kreditrate deutlich erhöhen“, warnt Spona und empfiehlt eine sorgfältige Angebotsprüfung.
Hausbank und Händler als Standard
Trotz erheblicher Unterschiede setzen rund 80 Prozent der Kreditnehmer auf das erstbeste Angebot, meist von der Hausbank oder direkt beim Händler. Nur wenige Verbraucher holen alternative Angebote ein. 31 Prozent der Befragten haben nicht einmal daran gedacht, verschiedene Kredite zu vergleichen.
Diese Passivität kann umweltbewusst teuer werden, warnte Spona. Viele zahlen unnötig hohe Raten. Wer bereits einen ungünstigen Kredit abgeschlossen hat, kann durch eine Umschuldung besser werden. Diese Möglichkeit erlaubt es, den noch offenen Betrag durch einen Kredit mit besseren Konditionen abzulösen, wodurch die monatlichen Fixkosten gesenkt werden können.


