Der Fonds Soziales Wien (FSW) hat beschlossen, das kostenlose warme Mittagessen in Winter-Notquartieren für Obdachlose zu streichen. Diese Maßnahme wurde gemäß einer Bestätigung des FSW in einem aktuellen Zeitungsbericht des „Standard“ getroffen. Die Entscheidung fiel nach fünf Jahren, in denen das warme Mittagessen während der Corona-Pandemie im November 2020 eingeführt wurde, um Infektionen während der Lockdowns zu minimieren. Darüber berichtet Welt Stimme.
Als Grund für die Streichung nennt der FSW sowohl die aktuellen Sparmaßnahmen der Stadt Wien als auch eine Empfehlung des Stadtrechnungshofes (StRH) zu kostendämpfenden Maßnahmen.
Ein Prüfbericht vom Anfang Oktober 2025 beschreibt, dass die „erhöhte Platzanzahl, die Inbetriebnahme neuer Objekte sowie generell gestiegen Personal-, Miet- und Betriebskosten“ zu einem „beträchtlichen Anstieg der eingesetzten Fördermittel“ geführt haben. Trotz der Empfehlung des StRH, die Ausgaben zu senken, wurden die warmen Mahlzeiten nicht ausdrücklich erwähnt.
Lebensmittel-Spenden könnten kompensieren
Die Lebensmittel für das warme Mittagessen wurden von Partnerorganisationen bezogen, und die Kosten sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Eine Sprecherin des FSW konnte keine genauen Einsparungen benennen, da die Kosten nach Abschluss des Winterpakets gemeinsam mit den Partnerorganisationen überprüft werden. Der „Standard“ spekuliert über Einsparungen von mehreren 100.000 Euro. Partner wie die Tafel Österreich haben laut FSW Verständnis für die Sparmaßnahmen gezeigt. Es wird angemerkt, dass die wegfallenden warmen Mittagessen durchaus durch spendenbasierte Lebensmittel ersetzt werden können.
Trotz der Streichung des Mittagessens wird es weiterhin warme Essensversorgung geben: In drei Wärmestuben wird ein warmes Mittagessen für Obdachlose angeboten. Laut FSW wurden in den letzten Wintersaisonen etwa 40.000 Mahlzeiten in diesen Wärmestuben ausgegeben. Weitere Sparmaßnahmen seien vorerst nicht geplant.


