Bundeszuschüsse für Pensionen erreichen bis 2030 erstmals über 4 Prozent des BIP

November 28, 2025 17:39
Bundeszuschüsse für Pensionen erreichen bis 2030 erstmals über 4 Prozent des BIP

Österreich: Drastiger Anstieg der staatlichen Ausgaben für Pensionen bis 2030

Ein neues Gutachten zeigt: Die staatlichen Ausgaben für Pensionen nehmen schneller zu als bisher erwartet. Bis 2030 wächst der Bundeszuschuss laut der Prognose deutlich – und erreicht einen historischen Höchstwert.
Darüber berichtet Welt Stimme.

Die Alterssicherungskommission rechnet damit, dass der Bundesbeitrag zur gesetzlichen Pensionsversicherung bis 2030 erstmals über vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen wird. Dies geht aus dem am Freitag veröffentlichten Mittelfristgutachten hervor.

Demnach steigen die staatlichen Mittel für Pensionen von 9,4 Milliarden Euro im Jahr 2018 auf voraussichtlich 25,2 Milliarden Euro im Jahr 2030. Dies bedeutet mehr als eine Verdopplung innerhalb von zwölf Jahren.

Der Anteil der Bundesmittel am BIP lag 2018 bei 2,45 Prozent und stieg im Vorjahr auf 3,45 Prozent. Laut Prognose wird dieser Wert bis 2030 auf 4,23 Prozent anwachsen. Währenddessen erhöht sich die Zahl der Pensionistinnen und Pensionisten im gleichen Zeitraum um etwa 120.000 Personen. Zudem wird der Bundesanteil an den Gesamtausgaben der Pensionsversicherungsträger bis 2030 auf über 30 Prozent steigen. Zum Vergleich: 2018 lag dieser Wert bei 21,8 Prozent und wird 2024 auf 26,9 Prozent steigen.

Kommission sieht Handlungsbedarf

Angesichts dieser Entwicklung sieht die Vorsitzende der Alterssicherungskommission, Christine Mayrhuber, dringenden Handlungsbedarf. Gegenüber der „APA“ forderte sie „rasch wirkende Maßnahmen, um Einnahmen und Ausgaben der Pensionsversicherung wieder näher aneinander zuführen“. Die aktuellen Analysen würden einen „deutlichen Handlungsbedarf“ zeigen. Trotz des geplanten Nachhaltigkeitsmechanismus bis 2030 und der vorgesehenen Reformschritte ab 2035 brauche es „ergänzende Überlegungen“ sowie einen „belastbaren Plan B“.

Im Prognosezeitraum wachsen die Zahl der Pflichtversicherten um 0,96 Prozent und die Zahl der Pensionen um 0,97 Prozent im Schnitt ähnlich stark. Ab 2024 wird zudem die schrittweise Anhebung des Antrittsalters für Frauen wirksam. Die Pensionsquote bleibt konstant bei 1,71 Pensionen pro 1.000 Pflichtversicherungen.

Herausfordernd bleibt auch das Verhältnis zwischen Beitragsgrundlagen und Pensionsleistungen: Schon im Beobachtungszeitraum seien die Pensionen im Durchschnitt um mehr als einen Prozentpunkt stärker als die Beitragsgrundlagen gestiegen. Bis 2030 wird dieser Abstand laut Prognose 0,7 Prozentpunkte betragen. Dies bedeutet, dass die Beitragseinnahmen langsamer wachsen als die Ausgaben. Der Deckungsgrad würde von 73,14 Prozent im Jahr 2024 auf 69,7 Prozent im Jahr 2030 sinken.

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