Die aktuellen Zahlen zeigen: Während die Unternehmensinsolvenzen in beiden Bezirken moderat steigen, trifft die finanzielle Belastung, vor allem private Haushalte, – besonders im Umland.
STEYR, STEYR-LAND. Die KSV1870-Insolvenzstatistik für 2025 dokumentiert eine spürbare Belastung der regionalen Wirtschaft in Steyr Stadt und Steyr-Land. Im Bezirk Steyr Stadt meldeten 28 Unternehmen Insolvenz an, verglichen mit 26 im Jahr 2024. Im Bezirk Steyr-Land stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen von 29 auf 31. Beide Bezirke liegen damit unter dem oberösterreichweiten Trend, wo die Firmenpleiten um 19,8 Prozent auf 842 Fälle zugenommen haben. Die Anzahl der eröffneten Unternehmensinsolvenzen stieg landesweit um 15,4 Prozent auf 532 Verfahren. Als Hauptursachen gelten weiterhin hohe Kosten, eine schwache Nachfrage und ein rezessives Umfeld, was österreichweit Unternehmen unter Druck setzt. Darüber berichtet Welt Stimme.
Steyr Stadt hat eine starke Industrie-Tradition mit einem breiten Mix an kleinen und mittleren Unternehmen. Auch in Steyr-Land spielen KMU aus Handwerk, Bau, produzierendem Gewerbe und regionalen Dienstleistungen eine zentrale Rolle in der Wirtschaftsstruktur. Diese Betriebe haben oft geringe finanzielle Puffer und geraten bei steigenden Kosten und rückläufiger Nachfrage rasch in Schwierigkeiten.
Im Jahr 2025 wurden in Steyr Stadt insgesamt 19 Insolvenzverfahren eröffnet – vier mehr als im Vorjahr. Neun weitere Anträge wurden mangels Vermögens abgewiesen, da nicht einmal 4.000 Euro zur Deckung der Gerichtskosten vorhanden waren. In Steyr-Land blieb die Zahl der eröffneten Verfahren mit 19 stabil, während die abgewiesenen Insolvenzanträge auf zwölf anstiegen. Petra Wögerbauer, Leiterin der KSV1870 Region Nord, erklärte zu den abgewiesenen Verfahren: „Nachdem zu lange mit dem Insolvenzantrag zugewartet wurde, müssen diese Unternehmen liquidiert werden. Die Rechnung für die Konkursabweisungen begleichen Gläubiger und Steuerzahler. Oftmals auch die Schuldner selbst, da sie ohne ordnungsgemäße Abwicklung weitere Schulden anhäufen und sich in immer höhere Verbindlichkeiten verstricken.“
Privatinsolvenz: Anstieg in Steyr-Land
Die Privatinsolvenzen zeigen ein divergierendes Bild: Während Steyr Stadt mit 84 eröffneten Verfahren exakt auf dem Vorjahresniveau blieb, verzeichnete Steyr-Land einen Anstieg von 40 auf 50 Privatkonkurse. Beide Bezirke liegen damit über dem oberösterreichweiten Plus von 3,2 Prozent.
Für 2026 erwartet der KSV1870 eine Fortsetzung der aktuellen Dynamik. Bei Unternehmen wären stärkere wirtschaftliche Impulse, Exportförderungen und Kostenentlastungen notwendig, um die Lage zu stabilisieren. Bei Privatpersonen könnte die Entscheidung über die befristete dreijährige Entschuldungsdauer zusätzlichen Einfluss auf die Fallzahlen haben. Sollte diese Regelung auslaufen, sei ein kurzfristiger Anstieg der Privatkonkurse wahrscheinlich, bevor die Möglichkeit endet.


