GEA protestiert in Klagenfurt gegen wachsende Billigpakete aus China und steuerliche Ungleichheit

Feber 18, 2026 12:07
GEA protestiert in Klagenfurt gegen wachsende Billigpakete aus China und steuerliche Ungleichheit

Die Firma „GEA Waldviertler“ hat eine Protestaktion ins Leben gerufen, um auf die steigende Paketflut aus China aufmerksam zu machen, unter anderem in Klagenfurt. Das Unternehmen kritisiert falsche Deklarationen von Warensendungen und warnt vor erheblichen Steuerausfällen sowie Wettbewerbsnachteilen für lokale Unternehmen. Darüber berichtet Welt Stimme.

Bewusstsein in der Region

Das Unternehmen „GEA Waldviertler“, bekannt für seine traditionellen Waldviertler Schuhe, hat mit Plakaten und Aktionen auf die Problematik aufmerksam gemacht. In Klagenfurt hängen Plakate, um auf die unfaire steuerliche Behandlung von Warensendungen aus Drittstaaten hinzuweisen. Laut einer Mitarbeiterin der Klagenfurter Filiale spricht die Kundschaft zunehmend über die Protestaktion, jedoch sind dies vorwiegend Stammkunden, die bereits informiert sind. „Es wäre daher gut, wenn die Öffentlichkeit noch ein wenig mehr darüber erfährt“, fügt sie hinzu.

Kritik an fehlenden Abgaben

Im Besonderen kritisiert GEA die Online-Bestellungen aus China. Schätzungen zufolge gelangen in diesem Jahr mindestens fünf Milliarden Pakete aus China in die Europäische Union. GEA beruft sich auf EU-Untersuchungen, nach denen etwa 65 Prozent der Sendungen falsch deklariert sind.

„Wenn bei uns ein Schuh 180 Euro kostet, dann zahlen wir 80 Euro an Steuern. Das ist wohl gut so, das muss so sein. Das Hauptproblem sind aber die vielen Waren aus China, die nicht korrekt deklariert und versteuert werden“, betont die Klagenfurter Mitarbeiterin.

Nachteil für europäische Betriebe

Für Waren mit einem Wert über 150 Euro fallen derzeit Zölle und grundsätzlich Mehrwertsteuer an. Werden Sendungen jedoch falsch deklariert, führt dies zu geringeren Abgaben oder gar zu Umgehungen, was GEA als erheblichen Wettbewerbsnachteil für europäische Unternehmen sieht.

Milliardenverluste für die EU?

GEA-Gründer Heini Staudinger schildert die massiven finanziellen Auswirkungen: „Wenn von fünf Milliarden zwei Drittel falsch deklariert sind, dann sind das mehr als drei Milliarden Packerl“. Unter Berücksichtigung eines Warenwerts von jeweils 150 Euro ergibt sich ein Handelsvolumen von rund 450 Milliarden Euro. „450 Milliarden Euro Umsatz lösen normalerweise 90 Milliarden Euro Mehrwertsteuer aus“, so Staudinger.

Abschaffung der Zollfreigrenze

Staudinger kritisiert, dass der EU durch diese Umstände erhebliche Einnahmen entgehen, sowohl bei der Mehrwertsteuer als auch bei Zöllen. Die gegenwärtige Zollfreigrenze von 150 Euro soll gemäß den Plänen der EU zum 1. Januar 2028 abgeschafft werden. Für GEA kommt diese Maßnahme jedoch zu spät: „Bis dahin werden es viele Unternehmen nicht mehr schaffen“, warnt Staudinger.

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