Schneebruch in Jennersdorf und Güssing verursacht massive Waldschäden

März 18, 2026 14:00
Schneebruch in Jennersdorf und Güssing verursacht massive Waldschäden

Schneeschäden in den Bezirken Jennersdorf und Güssing

Die enormen Schneemengen Ende Februar haben in den Wäldern der Bezirke Jennersdorf und Güssing deutliche Spuren hinterlassen. Umgestürzte Bäume, gebrochene Wipfel und beschädigte Bestände sorgen derzeit bei vielen Waldbesitzern für viel Arbeit, denn das angefallene Schadholz muss möglichst rasch aufgearbeitet und aus den Wäldern entfernt werden. Darüber berichtet Welt Stimme.

JENNERSDORF/GÜSSING. Erste Erhebungen zeigen ein beträchtliches Ausmaß der Schäden. Laut Bezirksförster Karl Konrad belaufen sich diese im Bezirk Jennersdorf derzeit auf rund 30.000 Festmeter Holz. Im Bezirk Güssing wurden bislang etwa 25.000 Festmeter Schadholz festgestellt. Besonders betroffen ist dort der westliche Teil des Bezirks. Im Bezirk Jennersdorf hingegen sind Schäden nahezu in allen Waldgebieten zu finden. Allerdings könnte das tatsächliche Ausmaß noch steigen. „Ein Teil der Schäden wird möglicherweise erst im Laufe der Vegetationsperiode sichtbar“, erklärt Konrad.

Verschiedene Schadensbilder

Ursache der Schäden war vor allem der schwere, nasse Schnee, der zusätzlich angefroren ist. Dadurch kam es zu unterschiedlichen Schadensbildern. Neben Wipfelbrüchen und Stammbrüchen wurden vielerorts auch ganze Bäume durch die Schneelast umgedrückt.

Besonders stark betroffen sind Waldbestände mit einem hohen Anteil an Nadelhölzern. Überraschend ist jedoch, dass auch viele Laubbäume Schäden erlitten haben. „Rund 20 bis 30 Prozent der Schäden betreffen Laubbäume wie Rotbuche oder Eiche. Das ist eher atypisch, teilweise wurden diese sogar entwurzelt“, so Konrad.

In den meisten Fällen handelt es sich um Einzelschäden. Auffällig ist jedoch, dass Bereiche entlang von Straßen oder dort, wo Stromleitungen durch den Wald führen, häufiger betroffen sind. „Hier konnte der Schnee eher hängen bleiben“, erklärt der Bezirksförster.

Auch eine zu starke Durchforstung kann ein Risiko darstellen. Entstehen im Wald zu große Lücken, verlieren die verbleibenden Bäume an Stabilität. „Zu viel herausschneiden ist auch nicht gut“, betont Konrad. Dadurch hätten Sturm und Schneelasten leichteres Spiel.

Gute Holzpreise

Welche wirtschaftlichen Folgen die Schäden haben, hängt stark von der Art der Beschädigung ab. Vor allem Bruchschäden können für Waldbesitzer problematisch sein, da die Aufarbeitung deutlich schwieriger und kostenintensiver ist. Unter bestimmten Voraussetzungen können betroffene Waldbesitzer eine Unterstützung beantragen. Möglich ist dies über den Katastrophenfonds des Landes Burgenland.

Gleichzeitig ist die Marktsituation für Holz derzeit günstig. Für Kiefernholz werden aktuell etwa 125 bis 130 Euro pro Festmeter bezahlt, während Fichtenholz Preise von bis zu 100 Euro pro Festmeter erzielt. Dadurch ist eine Durchforstung für viele Waldbesitzer derzeit wirtschaftlich attraktiv.

Aufarbeitung ist besonders gefährlich

Beim Entfernen des Schadholzes ist jedoch besondere Vorsicht geboten. Die Arbeit im beschädigten Bestand gilt als sehr gefährlich, da im Holz häufig starke Spannungen entstehen. Diese können sich beim Schneiden plötzlich lösen und unkontrollierte Bewegungen verursachen.

Grundsätzlich liegt die Aufarbeitung der Schäden in der Verantwortung der jeweiligen Waldbesitzer. Die Arbeiten können selbst durchgeführt oder an spezialisierte Schlägerungsunternehmen vergeben werden. Teilweise kommen dabei auch Harvester, moderne Forstmaschinen, zum Einsatz.

Rasche Holzabfuhr gegen Käferbefall

Konrad appelliert an die Waldbesitzer, das Schadholz möglichst rasch aus dem Wald zu bringen. „Jeder Waldbesitzer ist verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass Schadholz rechtzeitig aufgearbeitet und aus dem Wald verbracht wird.“ Bleibt beschädigtes Holz zu lange liegen, steigt die Gefahr eines Schädlingsbefalls deutlich. Besonders problematisch ist der Borkenkäfer, der sich unter der Rinde geschwächter Bäume stark vermehren kann. „Innerhalb von sechs bis acht Wochen – vom Eierlegen bis zum Ausfliegen – können aus einem einzigen Baum bis zu 500.000 Käfer entstehen“, erklärt Konrad.

Da der Borkenkäfer meldepflichtig ist, sollen sichtbare Schäden rasch gemeldet werden. Werden entsprechende Anzeichen im Nachbarwald entdeckt, können diese unter karl.konrad@bgld.gv.at oder der Telefonnummer 057 600 4717 gemeldet werden.

Schneebruch im Jahr 1996

Im Jahr 1996 sorgte ein ähnlicher starker Schneefall für große Schäden in den Wäldern der Bezirke Güssing und Jennersdorf. „Damals musste sogar das Bundesheer zur Aufarbeitung ausrücken“, erinnert sich Konrad zurück.

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