Energie Ried investiert 1,6 Millionen Euro in neues Leitungsbauprojekt am Bahnhof Ried

August 20, 2025 14:02
Energie Ried investiert 1,6 Millionen Euro in neues Leitungsbauprojekt am Bahnhof Ried

Ab 2026 wird der Rieder Bahnhof samt Brücke an der Eberschwanger Straße neu gebaut. Für die Energie Ried bedeutet das: Sämtliche Leitungen, von Strom- über Gas- und Wasser- bis hin zu Fernwärmeleitungen, müssen tiefer gelegt werden. Das geplante Investitionsvolumen beträgt rund 1,6 Millionen Euro. Darüber berichtet Welt Stimme.

RIED. Die Bauarbeiten haben mit der Erdgasleitung begonnen, gefolgt von Wasser und Strom. Diese Arbeiten sollen vor den Sommerferien abgeschlossen werden. Ab September wird eine Fernwärmeleitung verlegt, die den Bereich südlich des Bahnhofs mit erneuerbarer Wärme versorgen soll. Die geplante Versorgungsleistung beträgt 4.000 kW, was ausreicht, um etwa 270 Einfamilienhäuser oder rund 1.000 Wohnungen zu versorgen. Die Verlegung erfolgt entlang der Eberschwangerstraße sowie in der Itzingerstraße, der Schatzdorferstraße und am Wiesensteig.

Ziel: 70 Prozent Versorgungsrate

Aktuell versorgt die Energie Ried 3.053 Haushalte mit Fernwärme. „Wir betreiben das größte Geothermieprojekt in ganz Österreich. Nun wollen wir das Netz weiter ausbauen und investieren in die Wärmezukunft“, erklärt der Geschäftsführer der Energie Ried, Friedrich Pöttinger. Mit diesem Projekt soll die aktuelle Versorgungsrate von 60 Prozent um weitere zehn Prozent gesteigert werden. Nach Abschluss der Arbeiten, die für November 2025 geplant sind, wird das Fernwärmeleitungsnetz 78,6 Kilometer lang sein und rund 3.360 Haushalte versorgen. In den kommenden Jahren ist auch die Anbindung der Rieder Innenstadt an die Geothermie geplant. „Alleine für den Rossmarkt müssten wir rund 500.000 Euro investieren“, so Pöttinger über sein „Herzensprojekt“. Stadtchef Zwielehner fügt hinzu: „Fix ist: Hier würde jedes Haus zumindest blind angeschlossen werden. Mit dieser Erweiterung wollen wir dann 80 Prozent der benötigten Wärme durch die Geothermie abdecken!“

Förderung muss her

Nach mehreren Jahren hervorragender Förderungen für Geothermieanschlüsse gibt es derzeit keine Zuschüsse für die Hausbesitzer. Aktuell müssen diese zwischen 15.000 und 20.000 Euro für einen Anschluss bezahlen. Pöttinger fordert ein Umdenken der Politik: „Wenn zum Beispiel die Umstellung auf eine Wärmepumpe gefördert wird, dann muss auch der Anschluss an ein Geothermienetz wieder gefördert werden“, so Pöttinger.

Gaspreise gesenkt

Kunden der Energie Ried, die Gas beziehen, dürfen sich über Preissenkungen freuen. Ab 1. Oktober sinkt der Preis von derzeit 6,84 Cent je Kilowattstunde netto auf 5,88 Cent. Bei einer 70 Quadratmeter großen Wohnung bedeutet dies eine jährliche Einsparung von rund 110 Euro, während Einfamilienhausbesitzer etwa 240 Euro sparen können. Dieser Preis ist vertraglich geregelt und bis September 2026 garantiert. „Wir haben rund 1.050 Gaskunden in unserem Gebiet und rechnen damit, dass 80 bis 90 Prozent davon auf diesen Preis umsteigen“, erklärt Pöttinger. Abschlüsse sind sowohl per elektronisch zugesandtem QR-Code als auch im neuen Kundencenter möglich. „Wir wollen mit diesem Preis auch überregional in ganz Österreich Gas verkaufen“, ergänzt Zwielehner.

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