Kindergärten stark ausgebaut, doch Qualität stagnierte laut Studie

September 7, 2026 14:43
Kindergärten stark ausgebaut, doch Qualität stagnierte laut Studie

Studie zeigt wenig Fortschritt in der Qualität der Kinderbetreuung in Österreich

Eine Studie des Österreichischen Instituts für Familienforschung, die am Montag in Wien präsentiert wurde, attestiert der Kinderbetreuung in Österreich zwar einen signifikanten Ausbau, jedoch nur geringe Verbesserungen in der Qualität. Von 2016/17 bis 2022/23 stieg die Zahl der betreuten Kinder in Krippen, Kindergärten und Horten um rund 8 Prozent.

Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP) äußerte bei der Vorstellung, dass es zwar einige Fortschritte gegeben habe, die gewünschte Wahlfreiheit im Bereich Kinderbetreuung aber noch nicht erreicht sei. Die Bundesregierung ermutigte die Bundesländer, die zur Verfügung gestellten Gelder effektiv zu nutzen.

In dem untersuchten Zeitraum nahm die Anzahl der institutionellen Einrichtungen um etwa 5 Prozent zu, während die Gruppen in Krippen, Kindergärten und Horten um 11 Prozent und das Personal um 9 Prozent anwuchs. Besonders auffällig war der Anstieg im Bundesland Tirol. Die Zahl der Gruppen für Kinder unter drei Jahren stieg von 11,3 auf 17,5 Gruppen je tausend Kinder.

Die Studie hebt jedoch hervor, dass der Ausbau nicht mit einer signifikanten Qualitätsverbesserung einherging. Die durchschnittlichen Öffnungszeiten blieben nahezu unverändert, und die Gruppengrößen veränderten sich kaum. Durchschnittliche Gruppenstärken in Krippen sanken von 12 auf 11,9 Kinder, in Kindergärten von 19,4 auf 19,1.

Die öffentlichen Ausgaben für die Kinderbetreuung sind massiv angestiegen. Im Jahr 2023 wurden rund 2,6 Milliarden Euro für den laufenden Betrieb öffentlicher Angebote ausgegeben, was einen Anstieg um 60 Prozent im Vergleich zu 2017 darstellt. Hinzuzüglich investitionsgebundener Ausgaben beliefen sich die Gesamtausgaben auf 3,9 Milliarden Euro.

Einordnung

Der Ausbau der Kinderbetreuung in Österreich zeigt zwar positive Zahlen, doch die stagnierenden Qualitätsmerkmale werfen Fragen auf. Die finanziellen Aufwendungen sind erheblich gestiegen, jedoch ohne eine entsprechende Verbesserung des Betreuungsangebots. Dies könnte langfristig die Wahrnehmung und Akzeptanz öffentlicher Einrichtungen beeinträchtigen.

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