Wien-Landstraße will lebendige Nutzung für sanierte Viaduktbögen

Oktober 15, 2026 18:31
Two people stand beside a railway viaduct under renovation in Vienna Landstraße.

In Wien-Landstraße wirbt die Initiative „Viva la Viadukt“ dafür, dass die derzeit von der ÖBB sanierten Viaduktbögen nach dem S-Bahn-Upgrade mit gut frequentierten Betrieben statt vor allem mit technischen oder wenig publikumswirksamen Nutzungen belegt werden.

Betroffen sind 21 Viaduktbögen rund um den Radetzkyplatz und in der Nähe der Löwengasse. Alle Verträge mit früheren Pächterinnen und Pächtern sind ausgelaufen, die Mieterinnen und Mieter mussten aus den sanierungsbedürftigen Bögen ausziehen.

Seit Anfang September ist die Strecke gesperrt, weil die ÖBB ihre Stammstrecke saniert. Nach Abschluss der Arbeiten sollen die rund 21 Geschäftsflächen wieder vermietet werden.

Hinter dem Projekt stehen Claudia Laubichler und Daniel Themessl-Huber. Die beiden engagieren sich ehrenamtlich und sehen sich als Vermittler zwischen interessierten Betrieben und der ÖBB, ohne selbst Einfluss auf Verträge oder Vergabe zu haben.

Mit dem Grätzllabor Landstraße erarbeiteten sie Qualitätskriterien, die neben wirtschaftlichen Überlegungen auch den Beitrag eines Betriebs für das Grätzl berücksichtigen sollen. Genannt werden unter anderem Büchereien, Cafés und Kunstateliers.

Ein Sprecher der ÖBB sagte dazu, derzeit würden „unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten geprüft“; Ziel sei ein „ausgewogener Nutzungsmix“. Die Vermarktung laufe weiter, bis Mitte 2027 sollen alle Pächter fixiert sein.

Laubichler und Themessl-Huber hoffen außerdem, dass Stadt und Bezirk später dabei mithelfen, die Außenflächen grüner und einladender zu gestalten. Welche Betriebe am Ende tatsächlich einziehen und welche Bögen ausschließlich für technische Infrastruktur gebraucht werden, ist noch offen.

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