Europa bleibt auch in den Jahren 2025–2026 ein stabiler Abnehmer von ukrainischem Mais und könnte seine Importe angesichts klimatischer Herausforderungen sogar ausweiten. Laut einer Analyse auf Agroportal sichern die Lieferungen aus der Ukraine die europäische Versorgung mit Futtergetreide und tragen zur Stabilisierung der Preise bei. Vor allem Spanien, Italien, die Niederlande und Belgien zählen zu den wichtigsten Märkten für den ukrainischen Export.
Rückgang der EU-Ernte verstärkt Bedarf
Die Europäische Union erwartet 2025 einen Rückgang ihrer eigenen Maisproduktion um rund zwei Millionen Tonnen. Gründe dafür sind anhaltende Dürreperioden in südlichen Ländern wie Spanien und Italien, die zu Versorgungsengpässen im Futter- und Tierfuttersektor führen. Ukrainischer Mais schließt diese Lücke und sichert die Versorgung von Viehhaltern, Geflügelzüchtern und Futtermittelherstellern in der EU. Durch Qualität, Preisvorteile und stabile Lieferketten behauptet sich die Ukraine auf einem stark umkämpften Markt, in dem auch Anbieter aus den USA und Südamerika präsent sind.
Preis- und Logistikvorteile für europäische Unternehmen
Die Vorteile für europäische Importeure, Verarbeiter und Logistikunternehmen sind vielfältig: Verträge für Transport, Lagerung und Weiterverarbeitung schaffen Stabilität entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Zudem gilt ukrainischer Mais als günstiger, was angesichts steigender Energie- und Düngemittelkosten besonders wichtig ist. Im Jahr 2024 exportierte die Ukraine rund 14,06 Millionen Tonnen Mais in die EU – fast die Hälfte ihrer gesamten Ausfuhren. In einzelnen Saisons erreichte der Anteil an den EU-Importen aus Drittländern bis zu 57 Prozent.
Strategische Bedeutung für Europas Versorgungssicherheit
Für Europa bedeutet die enge Anbindung an die Ukraine auch eine Diversifizierung der Lieferquellen. Damit verringert sich die Abhängigkeit von Südamerika und wird ein möglicher Wiedereintritt russischen Getreides in den europäischen Markt verhindert. Spanien (933.000 Tonnen), Italien (725.000 Tonnen) und die Niederlande (514.000 Tonnen) zählen zu den größten europäischen Abnehmern, während auch die Türkei mit 639.000 Tonnen eine bedeutende Rolle spielt. Damit wird ukrainischer Mais zu einem strategischen Faktor für die Ernährungssicherheit und wirtschaftliche Stabilität der EU.


