Neuer Angriff auf Kiew
Bei einem schweren russischen Luftangriff auf die ukrainische Hauptstadt wurden nach offiziellen Angaben mindestens 16 Menschen getötet. Zu den Opfern gehören zwei Kinder und ein Polizist. Darüber hinaus verletzten mehr als 150 Menschen, darunter 16 Kinder – die höchste Anzahl verletzter Minderjähriger in einer Nacht in Kiew seit Beginn des Krieges, so Bürgermeister Vitali Klitschko.
Die Attacke ereignete sich in der Nacht auf Donnerstag, als eine Rakete in ein mehrstöckiges Wohngebäude einschlug. Im Laufe des Tages wurden die Opferzahlen aufgrund der Entdeckung weiterer Leichname in den Trümmern immer höher. Der Chef der Kiewer Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, äußerte sich besorgt auf Telegram: „Leider haben sich die schlimmsten Befürchtungen bewahrheitet, wie viele Menschen noch verschüttet sein könnten.“
Selenskyj: Kiew war das Hauptziel
Präsident Selenskyj erklärte, dass die ukrainische Hauptstadt das Hauptziel der russischen Angriffe gewesen sei. Zusätzlich seien auch das Umland von Kiew sowie die Regionen Dnipropetrowsk, Poltawa, Sumy und Mykolajiw angegriffen worden. Moskau habe insgesamt über 300 Drohnen und acht Raketen abgefeuert. „Heute hat die Welt einmal mehr Russlands Antwort auf unseren mit Amerika und Europa geteilten Wunsch nach Frieden gesehen“, sagte Selenskyj.
Attacke auf frontnahe Stadt Kramatorsk
Ebenfalls wurde die ostukrainische Industriestadt Kramatorsk erneut Ziel eines russischen Angriffs, wobei mindestens eine Person ums Leben kam und elf weitere verletzt wurden. Der Gouverneur des Gebiets, Wadym Filaschkin, berichtete, dass ein fünfstöckiges Wohnhaus gezielt angegriffen wurde. Rettungskräfte sind vor Ort, um nach weiteren Opfern zu suchen.
Filaschkin empfahl den verbleibenden Einwohnern der Stadt, aufgrund der nahenden Front in sicherere Gebiete des Landes zu fliehen. Die russisch-ukrainische Frontlinie verläuft etwa 15 Kilometer südöstlich von Kramatorsk.
Russland meldet Eroberung der Kleinstadt Tschassiw Jar
In einem weiteren Frontabschnitt hat die russische Armee eigenen Angaben zufolge nach über einem Jahr schwerer Kämpfe die Kleinstadt Tschassiw Jar erobert. Dies teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Gleichzeitig verbreiteten Moskauer Militärblogger Videos, in denen russische Soldaten Flaggen im Westteil der Stadt hissten.
Kiew hat diese Eroberung nicht bestätigt. Im Gegenteil, Präsident Selenskyj bezeichnete die Meldungen als russische Desinformation. Ukrainische Militärbeobachter kennzeichnen in ihren Karten die westlichen Teile von Tschassiw Jar weiterhin als unter ukrainischer Kontrolle. Eine solche Eroberung würde den russischen Truppen den Zugang zur wichtigen Industriestadt Kostjantyniwka erleichtern.
Feuer auf Gelände von Industriebetrieb in Russland
In einer Gegenoffensive griff die Ukraine in der Nacht mit Drohnen russisches Gebiet an. In der Region Pensa verursachten diese Drohnen einen Brand auf dem Gelände eines Industriebetriebs, wie Gouverneur Oleg Melnitschenko bestätigte. Es wurden keine Schäden oder Verletzten gemeldet. Laut einem russischen Telegramkanal gibt es in Pensa ein Elektronik-Unternehmen, das Computertechnik für das russische Verteidigungsministerium herstellt.


