In der Nacht zum 2. Juli 2026 hat Russland einen massiven kombinierten Angriff auf die Ukraine geführt, mit dem Schwerpunkt auf der Hauptstadt Kiew. Nach Angaben der ukrainischen Behörden kamen dabei mindestens 13 Menschen ums Leben, mehr als 30 wurden verletzt. Die Militärverwaltung von Kiew spricht von 86 Verletzten, darunter Kinder – die Zahl steigt noch.
Insgesamt setzte Russland nach ukrainischen Angaben 570 Luftangriffsmittel verschiedener Typen ein: vier Marschflugkörper vom Typ Zirkon, acht Kalibr-Marschflugkörper, 24 ballistische Raketen Iskander-M/S-400, 34 Marschflugkörper Ch-101, vier gelenkte Luft-Boden-Raketen Ch-59/69 sowie 496 Kampfdrohnen verschiedener Bauart. Der Hauptschlag galt Kiew und der Region Kiew.
####Schäden in der Hauptstadt
In Kiew wurden nach Angaben der Stadtverwaltung mehr als 30 Orte beschädigt, überwiegend Wohngebiete und zivile Infrastruktur. Besonders schwer betroffen ist der Rajon Darnyzja. Dort traf eine Rakete ein neunstöckiges Wohnhaus direkt, die Etagen eins bis sechs wurden zerstört. Unter den Trümmern werden noch Menschen vermutet. Auch ein fünfstöckiges Wohnhaus und ein 16-stöckiges Gebäude, dessen obere Stockwerke in Brand gerieten, sowie private Häuser wurden beschädigt.
Im Rajon Schewtschenko wurde eine Notfallstation des Rettungsdienstes sowie eine medizinische Einrichtung getroffen; es gab verletzte Ärzte. Brände erfassten Wohn- und Gewerbegebäude, darunter das Dach eines Hotels und Marktstände. Im Rajon Holosijiw brannte es auf der technischen Etage eines 16-stöckigen Wohnhauses. Im Rajon Petschersk stürzten Teile eines Neunstöckers ein, die unteren Stockwerke standen in Flammen. Im Rajon Obolon geriet ein Lagerplatz in Brand. Zwei Privathäuser wurden im Rajon Swjatoschyn beschädigt, ein neunstöckiges Wohnhaus im Rajon Desna.
####Schäden in der Region Kiew
In der Oblast Kiew wurden Angriffe in fünf Rajonen registriert: Butscha, Browary, Obuchiw, Fastiw und Wyschhorod. Dort wurden Lagerhallen, Privathäuser, ein Wohnheim und Fahrzeuge beschädigt. In Butscha brannten Lagerhallen und ein Wohnhaus, in Browary wurden mehrere Privathäuser und ein Wohnheim getroffen.
####Ziviler Notstand und völkerrechtliche Dimension
Die Angriffe auf dicht bebaute Wohngebiete, medizinische Einrichtungen und kritische Infrastruktur sind nach Einschätzung ukrainischer und internationaler Stellen klare Verstöße gegen die Genfer Konventionen zum Schutz der Zivilbevölkerung. Sie tragen Merkmale gezielter Angriffe auf Zivilisten, die nach humanitärem Völkerrecht als Kriegsverbrechen gewertet werden.
Russland verfolgt nach ukrainischer Lesart eine Strategie der bewussten Zerstörung der Zivilinfrastruktur, um die Ukraine zur Kapitulation zu zwingen. Die Angriffe dienen zugleich der Einschüchterung der Bevölkerung. Die russische Armee habe seit Monaten kaum territoriale Fortschritte erzielt, weshalb sie ihre Priorität auf großflächige Angriffe im Hinterland verlagert habe, um Verwüstung und Opfer zu erzwingen.
####Politische Einordnung: Angriff vor NATO-Gipfel
Der Raketen- und Drohnenangriff erfolgte wenige Tage vor dem Beginn des nächsten NATO-Gipfels. Die ukrainische Seite wertet die zeitliche Nähe als gezielten Versuch des Kreml, westliche Staats- und Regierungschefs einzuschüchtern und von entschlossenen Verteidigungsentscheidungen für die Ukraine abzuhalten. Der Angriff demonstriere zugleich die mangelnde Wirksamkeit der bisherigen Abschreckungspolitik.
Aus Sicht ukrainischer Behörden müsse der NATO-Gipfel konkrete Schritte einleiten: langfristige Verteidigungsabkommen mit der Ukraine, eine deutliche Aufstockung der Finanzhilfen und einen irreversiblen Beitrittsprozess. Der wirksamste Schutz ukrainischer Städte sei nur durch moderne Flugabwehrsysteme großer und mittlerer Reichweite zu erreichen. Zudem fordern ukrainische Militärs das Recht, weitreichende Waffen gegen russische Militärflugplätze, Depots und Logistikknoten tief im Hinterland einzusetzen, um die Angriffsmittel an ihrer Quelle zu neutralisieren.
Die Rettungs- und Bergungsarbeiten in Kiew und den betroffenen Regionen dauerten am Morgen an. Die Behörden gehen von einer steigenden Opferzahl aus.


