Houthi-Miliz übernimmt Kontrolle über strategische Orte im Jemen
Die jemenitische Houthi-Miliz hat laut Angaben eines lokalen Regierungsvertreters wichtige Positionen in der Meerenge Bab al-Mandab eingenommen. Dies geschah, nachdem Houthi-Kämpfer am Freitag die Insel Mayyun, auch bekannt als Perim, erreichten. Zudem wurde die Einnahme des Küstenortes Dhubab gemeldet, der zusammen mit der Insel als Schlüssel zur Meerenge gilt.
Die Meerenge von Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Indischen Ozean und hat seit der Blockade der Straße von Hormuz durch Teheran während des Iran-Kriegs an Bedeutung gewonnen. UNO-Daten zufolge wurden durch die jüngste Eskalation im Jemen mehr als 46.000 Menschen zur Flucht gezwungen. Amy Pope, die Chefin der Internationalen Organisation für Migration (IOM), äußerte sich besorgt über die wiederholte Flucht von Familien in diesem Konflikt.
Am Freitag griff Saudi-Arabien die Hafenstadt Mokka an, nachdem die Houthis die Kontrolle über diese strategisch wichtige Stadt am Roten Meer übernommen hatten. Laut dem Houthi-Fernsehsender al-Masirah hat Saudi-Arabien zwei Angriffe auf den Flughafen von Mokka gestartet. Die jemenitischen Streitkräfte kündigten Gegenangriffe an, um von den Houthis eroberte Gebiete zurückzuerobern. Militärsprecher Oberst Majed al-Nasili wies die Zivilbevölkerung an, die Verbindung zwischen den Städten Täiz und Mokka zu meiden, da sich die Kämpfe an der jemenitischen Küste intensivieren.
Inmitten der Eskalation verständigten sich die Außenminister des Iran und Saudi-Arabiens über die zunehmenden Spannungen in der Region. Abbas Araqchi und Faisal bin Farhan betonten die Notwendigkeit, diplomatische Bemühungen fortzusetzen, um eine weitere Eskalation zu vermeiden. Obgleich das iranische Außenministerium den Jemen nicht direkt erwähnte, betonte es, dass eine militärische Lösung des Konflikts unmöglich sei.
Einordnung
Die Kontrolle über Bab al-Mandab könnte gravierende Auswirkungen auf den globalen Handel und die Sicherheit im Redemeer haben, insbesondere im Hinblick auf die Nahrungsmittelversorgung für Äthiopien, Jemen und Somalia. Angesichts dieser Entwicklungen haben die Houthi-Aktivitäten und die militärischen Reaktionen des Saudi-Regimes das Risiko eines umfassenden Konfliktes in der Region erhöht.


