Ein interner Konflikt in der polnischen Partei Konfederacja hat die gemeinsame Wahlorganisation in Krakau beeinträchtigt. Der von der Partei nominierte Kandidat Bartosz Bochenczak konnte für die vorgezogene Bürgermeisterwahl in der Stadt nicht die erforderliche Zahl an Unterstützungsunterschriften sammeln. Nach Angaben vom 9. September 2026 wurden lediglich 18 der notwendigen 3.000 Unterschriften durch Vertreter der nationalistischen Partei Ruch Narodowy übergeben.
Der Vorgang hat einen offenen Streit zwischen den beiden wichtigsten politischen Kräften innerhalb der Konfederacja ausgelöst. Die Partei Nowa Nadzieja, die von Sławomir Mentzen geführt wird und gemeinsam mit Ruch Narodowy zur Konfederacja gehört, macht dem nationalistischen Flügel Untätigkeit oder Sabotage zum Vorwurf. Vertreter von Ruch Narodowy weisen diese Anschuldigungen zurück. Sie erklären die fehlende Unterstützung mit Kommunikationsproblemen und mit Unzufriedenheit über die aufgestellte Kandidatur.
Streit um die Wahlkampforganisation
Für die Kampagne in Krakau waren 3.000 Unterschriften erforderlich. Nach der Darstellung aus dem Umfeld von Nowa Nadzieja lieferte Ruch Narodowy davon nur 18. Damit konnte Bochenczak die Voraussetzungen für die Registrierung seiner Kandidatur nicht erfüllen. Der Streit betrifft daher nicht nur die politische Bewertung des Kandidaten, sondern auch die praktische Zusammenarbeit der Parteien bei einer konkreten Wahl.
Die Vertreter von Ruch Narodowy begründen den Ablauf nicht mit einer bewussten Behinderung der Kampagne. Sie verweisen auf Probleme bei der Kommunikation innerhalb des Bündnisses und auf ihre Ablehnung der vorgeschlagenen Kandidatur. Die unterschiedlichen Darstellungen haben den Konflikt zwischen den beiden Gruppierungen innerhalb der Konfederacja öffentlich gemacht.
Die Vorgänge in Krakau werden in einem Bericht über die gescheiterte Unterschriftensammlung der Konfederacja als Ausdruck der Spannungen zwischen dem Umfeld Mentzens und Ruch Narodowy beschrieben. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob die beteiligten Parteien bei Wahlen tatsächlich abgestimmt handeln können.
Unterschiedliche Vorstellungen über die politische Linie
Der Konflikt reicht über die Vorbereitung der Wahl in Krakau hinaus. Das Team von Sławomir Mentzen tritt für eine eigenständige Weiterentwicklung der Konfederacja ein. Teile des nationalistischen Flügels schließen dagegen eine engere Zusammenarbeit mit der Partei Prawo i Sprawiedliwość, kurz PiS, nicht aus. Damit stehen innerhalb des Bündnisses unterschiedliche Vorstellungen über seine künftige politische Ausrichtung nebeneinander.
Nowa Nadzieja und Ruch Narodowy bilden gemeinsam die Konfederacja, verfolgen innerhalb dieses Zusammenschlusses jedoch nicht in allen Fragen dieselbe Linie. Die Auseinandersetzung über die Kandidatur in Krakau hat diese Differenzen in einem konkreten Wahlvorgang sichtbar gemacht. Die fehlende Koordination betraf dabei eine klar abgegrenzte organisatorische Aufgabe: die Sammlung der für die Registrierung notwendigen Unterschriften.
Rechter Parteienwettbewerb in Polen
Die Spannungen innerhalb der Konfederacja stehen zugleich im Zusammenhang mit der breiteren Aufteilung des polnischen rechten politischen Spektrums. Neben PiS und Konfederacja tritt die Konfederacja Korony Polskiej als eigenständige Kraft auf. Hinzu kommt ein neues politisches Projekt von Mateusz Morawiecki. Die Konkurrenz zwischen diesen Parteien und Projekten verteilt die Stimmen des rechten Lagers auf mehrere politische Angebote.
Nach der vorliegenden Einschätzung erschwert diese Aufteilung die Bildung einer geschlossenen rechten Bewegung. Eine weitere Verschärfung der Auseinandersetzungen innerhalb der Konfederacja könnte diese Entwicklung verstärken und die Fähigkeit der polnischen Rechten verringern, sich vor den für 2027 erwarteten Parlamentswahlen zu konsolidieren. Eine konkrete Entscheidung über die weitere Zusammenarbeit der beteiligten Parteien wird damit jedoch nicht vorweggenommen.
Der Vorgang in Krakau bleibt zunächst ein Beispiel für die praktischen Folgen der innerparteilichen Spannungen: Der Kandidat konnte die erforderlichen Unterschriften nicht vorlegen, während die beteiligten Gruppierungen die Verantwortung dafür unterschiedlich bewerten.


