Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat ultra-linke Gruppen beschuldigt, die Republik untergraben zu wollen, während sich das Land auf neue Proteste und verschärfte Sicherheitsmaßnahmen vorbereitet. Nach den heftigen Ausschreitungen und Plünderungen bei früheren Kundgebungen will er am Freitag einen Sicherheitsrat mit mehreren Ministern leiten.
Bei dem Treffen sollten nach seinen Worten „weitere Entscheidungen“ fallen. Macron sagte zudem, dass am Samstag nur von Gewerkschaften organisierte Demonstrationen erlaubt sein sollten.
Die Behörden würden in diesem Fall „alternative Routen“ vorschlagen, um Stadtzentren, Geschäfte und öffentliche Gebäude zu schützen. In Paris liefen die Vorbereitungen auf neue Kundgebungen bereits an, um Schäden wie am vergangenen Wochenende zu verhindern.
In der Innenstadt begannen Geschäftsleute damit, ihre Schaufenster mit Holzplatten zu sichern, um Vandalismus und Plünderungen vorzubeugen. Die Stadtverwaltung rief Händler, Anrainer, Gastronomen und Unternehmen auf, bewegliche Gegenstände aus dem öffentlichen Raum zu entfernen, die als Wurfgeschosse, Barrikaden oder Brandmaterial dienen könnten.
Genannt wurden dabei unter anderem Fahrräder, Mistkübel, Tische und Sessel von Lokalen sowie Baustellenabsperrungen. Stadtarbeiter sollten Glascontainer und Abfallbehälter entfernen, Mistkübel leeren und sperrige Abfälle sowie Schutt rasch von den Straßen beseitigen.
Mehr als 1.000 Beschäftigte sollen am Wochenende in Paris eingesetzt werden, damit das Stadtzentrum nach den Demonstrationen rasch gereinigt werden kann. Einige Mitarbeiter verzichteten dafür auf bereits geplante Urlaube.
Macron hatte sich am Donnerstag im Élysée mit Vertretern der Nachrichtendienste getroffen, nachdem die Lage angespannt geblieben war. Laut der im Artikel verwendeten Bildunterschrift standen dabei auch Sicherheitsmaßnahmen für die kommenden Wochen im Fokus.
Am Wochenende waren am Rand von Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten und Probleme im Bildungssystem massive Ausschreitungen ausgebrochen. Dabei wurden Tausende Geschäfte geplündert, Rathäuser und Polizeistationen angegriffen und mehrere Gebäude in Brand gesetzt.
Als Reaktion darauf wurden in mehreren großen Städten Nacht-Ausgangssperren verhängt. Die Stadtverwaltung in Paris dankte zudem Anrainern, die seit Sonntag spontan bei den Aufräumarbeiten geholfen hatten.


