Freiwilligenexperte fordert mehr Unterstützung für Vereine in Niederösterreich

Oktober 15, 2026 19:02
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Das Freiwilligencenter NÖ sieht das Ehrenamt in Niederösterreich im Wandel und verlangt von Gemeinden mehr konkrete Unterstützung für Vereine und freiwilliges Engagement. Konrad Tiefenbacher sagt, traditionelle Clubstrukturen verlören an Zugkraft, während projektbezogene Hilfe zunimmt.

Engagement für die eigene Gemeinde sei wichtig, weil es die persönliche Lebensqualität und das Wohlbefinden verbessere, so Tiefenbacher. Wer selbst anpacke, könne Missstände oft schneller beheben als über Telefonate oder E-Mails an zuständige Stellen.

„Weil es um die eigene und persönliche Lebensqualität, um das persönliche Wohlbefinden geht. Und da leg ich selbst Hand an“, sagt Tiefenbacher vom Freiwilligencenter NÖ. Zugleich betont er: „Natürlich kann ich mit allen möglichen Stellen telefonieren oder E-Mails schreiben, dass der Missstand behoben wird. Wenn ich selbst aktiv werde, geht das viel schneller.“

Nach seiner Einschätzung müsse mehr Verantwortung für das eigene Wohnumfeld vor Ort übernommen werden. Nicht alles könne an die Kommunen delegiert werden.

Für Vereine und Verbände sieht Tiefenbacher Anpassungsdruck. Sie könnten weiter bestehen, müssten sich aber neu erfinden, weil Mitgliedschaftsprobleme auch finanzielle Probleme seien. Laut den im Artikel genannten Zahlen können sich nur 22 Prozent der Menschen in Niederösterreich vorstellen, einem Verein beizutreten; jeder Zweite wolle nur projektbezogen mitarbeiten.

Der Experte verweist darauf, dass die Bindung an die Vereinsform abnehme, nicht aber das Interesse am jeweiligen Zweck oder Projekt. Immer mehr Menschen engagierten sich außerhalb bestehender Strukturen und wollten unkompliziert helfen.

Als Hürden nennt Tiefenbacher unter anderem rechtliche und steuerliche Vorgaben, etwa bei niedrigschwelligen Aktionen wie einem Verkauf auf einem öffentlichen Platz zugunsten von Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Für Gemeinden sieht er daher mehr Handlungsbedarf.

Nur rund ein Drittel der Menschen wisse, wer in ihrer Gemeinde die zuständige Ansprechperson für Freiwilligenarbeit sei, sagt Tiefenbacher. Es reiche nicht, wenn ein Gemeindemandatar bei Vereinsveranstaltungen auftauche und das Ehrenamt lobe; nötig seien konkrete Verbesserungen. Als Beispiele nennt er Gebührenverzicht bei Veranstaltungsanzeigen, keine Vergnügungssteuer für Vereinsfeste und gemeinsame Infrastruktur.

Auch Öffentlichkeitsarbeit könne helfen, mehr Menschen zu erreichen. Sie mache sichtbar, wie sehr Vereine zur Lebensqualität und zum Zusammenhalt in der Gemeinde beitragen, sagt Tiefenbacher. Persönliche Ansprache bleibe dabei zentral: „KI ersetzt uns nie! Freiwilligenarbeit wird immer vom persönlichen Kontakt, der Ansprache von dir zu mir geprägt sein!“

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