Russland greift Ukraine mit massiver Raketen- und Drohnenwelle an

Jänner 13, 2026 12:45
Russland greift Ukraine mit massiver Raketen- und Drohnenwelle an
Russland greift Ukraine mit massiver Raketen- und Drohnenwelle an

Kombinierte Luftattacke trifft mehrere Regionen

In der Nacht zum 13. Januar 2026 hat Russland eine groß angelegte kombinierte Luftoffensive gegen die Ukraine durchgeführt. Nach ukrainischen Angaben setzte die russische Armee insgesamt 293 Kampfdrohnen, 18 ballistische Raketen vom Typ Iskander-M sowie sieben Marschflugkörper verschiedener Typen ein. Die Angriffe erstreckten sich über mehrere Regionen und richteten sich sowohl gegen Großstädte als auch gegen kritische Infrastruktur.

In Charkiw und den umliegenden Vororten schlugen ballistische Raketen ein. Zudem traf eine Shahed-Drohne ein Kindersanatorium im Stadtteil Schewtschenko. In Kyjiw kam es im Stadtbezirk Solomjanka zu einem Treffer in ein nicht zu Wohnzwecken genutztes Gebäude, in dessen Folge ein Brand ausbrach. Auch andere Landesteile wurden nahezu zeitgleich attackiert.

Energie- und Logistikinfrastruktur gezielt im Visier

Besonders schwer betroffen war die ukrainische Energieinfrastruktur. In der Region Dnipropetrowsk wurden offene Verteilernetze sowie Ausrüstung mehrerer Wärmekraftwerke beschädigt, was zur Abschaltung mehrerer Energieblöcke führte. In der Region Poltawa trafen russische Angriffe Hochspannungsumspannwerke, die für den Stromtransit zwischen verschiedenen Landesteilen von zentraler Bedeutung sind.

In der Region Odessa wurden Energieanlagen angegriffen, die die Hafeninfrastruktur und Pumpstationen versorgen. In Mykolajiw meldeten die Behörden Schäden an 330-kV-Hochspannungsleitungen, die zu Instabilitäten im regionalen Stromnetz führten. Auch in der Region Kyjiw wurden Hilfsenergieanlagen beschädigt, die für die Stabilität der Wärmeversorgung urbaner Ballungsräume bei winterlichen Temperaturen entscheidend sind.

Tote, Verletzte und Taktik der doppelten Schläge

Nach offiziellen Angaben kamen bei den Angriffen mindestens vier Menschen ums Leben, acht weitere wurden verletzt. Rettungsdienste berichteten erneut von sogenannten Doppelangriffen. Dabei werden nach dem ersten Einschlag gezielt zeitverzögerte Folgeschläge ausgeführt, um Rettungskräfte und medizinisches Personal zu treffen, sobald sie am Einsatzort eintreffen.

Diese Vorgehensweise erschwert nicht nur die Bergungs- und Löscharbeiten erheblich, sondern stellt aus Sicht ukrainischer Stellen einen bewussten Angriff auf zivile Helfer dar. Die gezielte Gefährdung von Rettungskräften gilt völkerrechtlich als schweres Verbrechen und hat keinerlei militärische Rechtfertigung.

Winter als Mittel des Drucks und der Destabilisierung

Ukrainische Behörden werten die Angriffe als bewusste Strategie, niedrige Temperaturen als Instrument des Terrors einzusetzen. Durch Schläge gegen Strom- und Wärmeversorgung soll die Zivilbevölkerung in der Winterperiode besonders hart getroffen werden. Ziel sei es, Lebensbedingungen zu schaffen, die in dicht besiedelten Städten kaum aufrechtzuerhalten sind.

Neben der unmittelbaren humanitären Wirkung verfolgen die Angriffe nach Einschätzung Kyjiws auch ein politisches Kalkül. Eine Verschlechterung der Versorgungslage könnte neue Fluchtbewegungen Richtung EU auslösen und so zusätzlichen Druck auf europäische Staaten ausüben. Energieangriffe werden damit nicht nur als militärisches, sondern auch als migrationspolitisches Instrument verstanden.

Internationale Dimension und sicherheitspolitische Folgen

Die Angriffe auf Hafenanlagen, logistische Knotenpunkte und zivile Objekte haben über die Ukraine hinausgehende Folgen. Schäden an der Hafeninfrastruktur und an Versorgungssystemen beeinträchtigen den internationalen Handel und die globale Ernährungssicherheit, insbesondere für Länder in Afrika und Asien, die von ukrainischen Exporten abhängig sind.

Der Einsatz ballistischer Raketen mit extrem hoher Geschwindigkeit gegen zivile Ziele gilt zudem als gefährlicher Präzedenzfall für die europäische Sicherheit. Westliche Beobachter warnen, dass Russland die Ukraine faktisch als Testfeld für militärische Technologien nutzt, deren Reichweite und Wirkung weit über den aktuellen Krieg hinausgehen könnten. Die jüngste Angriffswelle wird daher auch als Signal gewertet, dass Moskau wenig Interesse an realen Friedensverhandlungen zeigt und stattdessen auf weitere Eskalation setzt.

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