Astoria-Garage in der Josefstadt soll vor Weihnachten mit bis zu 300 Stellplätzen wieder öffnen

Oktober 14, 2025 13:42
Astoria-Garage in der Josefstadt soll vor Weihnachten mit bis zu 300 Stellplätzen wieder öffnen

In der Josefstadt gab es 2024 durch die Schließung der Astoria-Garage einen Verlust von rund 300 Parkplätzen, was die Parksituation in der Umgebung angespannt hat. Doch Josefstädterinnen und Josefstädter können nun aufatmen: Laut Eigentümer Jürgen Hesz soll die historische Garage in der Trautsongasse 4 noch vor Weihnachten wieder öffnen. Darüber berichtet Welt Stimme.

WIEN/JOSEFSTADT. Nach über einem Jahr Stillstand erwacht die traditionsreiche Astoria-Garage in der Trautsongasse zu neuem Leben. Die Garage wurde am 30. Juni 2024 geschlossen, was auf gesundheitliche Gründe der Vorbesitzerinnen zurückzuführen ist. Ursprünglich war die Garage im Familienbesitz der beiden Töchter des Gründers, Silvia Fuchs und Felicitas Kodrnja.

Die Astoria-Garage hat mittlerweile einen neuen Besitzer, Jürgen Hesz. Er kündigte an, die Garage noch vor Weihnachten wieder zu eröffnen. „Wir sind über eine Erbengemeinschaft zum Zug gekommen – das war kompliziert, aber wir sind froh, dass wir sie übernehmen konnten“, erklärt Hesz, der seit März 2025 Eigentümer des Gebäudes ist.

Erhalt statt Abriss

„Die Astoria-Garage ist die älteste und größte Tageslichtgarage Europas, die 1923 erbaut wurde“, betont Hesz. Nach so langer Zeit sei das Gebäude jedoch stark sanierungsbedürftig geworden. „Jeder andere hätte sie wohl abgerissen“, ergänzt er. Hesz ist jedoch darauf bedacht, die Geschichte des Gebäudes zu bewahren: „Wir wollen die originale Substanz erhalten und gleichzeitig modernisieren.“

Der Unternehmer steht in engem Austausch mit dem Bundesdenkmalamt und plant, die Garage unter Denkmalschutz stellen zu lassen, was die Renovierung allerdings aufwendiger und teurer macht. Die Investitionskosten schätzt Hesz auf 25 bis 30 Millionen Euro.

Wiedereröffnung mit 300 Stellplätzen

Die Garage hat eine Nutzfläche von rund 18.000 Quadratmetern auf sechs Etagen und bietet insgesamt 442 Stellplätze. Zur Wiedereröffnung sollen zunächst etwa 250 bis 300 Plätze verfügbar sein. Auch E-Ladestationen sind in Planung. Hesz verhandelt derzeit mit einem Garagenbetreiber über einen langfristigen Mietvertrag; sollte es keine Einigung geben, möchte er den Betrieb selbst übernehmen.

Zusätzlich zu den Stellplätzen befinden sich in der Garage acht Wohnungen, die früher von den Eigentümern und deren Kindern bewohnt wurden. „Da war seit den 1960er Jahren niemand mehr drinnen“, berichtet Hesz. Die Räumung der ehemaligen Immobilien habe entsprechend viel Zeit in Anspruch genommen. Was mit den Wohnungen geschehen wird, bleibt vorerst ungewiss.

Einklang mit Nachbarn

Neben der klassischen Nutzung als Garage möchte Hesz den Ort auch kulturell öffnen. Gespräche mit Kunst- und Kultureinrichtungen laufen bereits. Konkrete Pläne seien jedoch noch nicht bekannt, da Hesz offen für Vorschläge ist. Er betont, dass eventuelle Kulturformate im Einklang mit den Nachbarn stattfinden sollen. Aktuell wird die Garage sogar als Drehort genutzt: „Mehr darf ich dazu aber nicht sagen“, äußert Hesz mit einem Lächeln.

Für Hesz ist die Garage weit mehr als nur ein Parkplatz. „Ich sehe das als Aufgabe, die Garage zu erhalten. Sie ist ein architektonisches Meisterwerk und mein Herzensprojekt“, schließt er ab.

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