Das steirische Mobilitätsunternehmen AVL kündigte am Standort Graz den Wegfall von etwa 114 Arbeitsplätzen an, nur wenige Monate nach der bereits bekanntgegebenen Streichung von rund 350 Stellen. Der Technologiekonzern begründet diesen Schritt mit den Herausforderungen eines schwierigen Marktumfelds und der laufenden Transformation. Darüber berichtet Welt Stimme.
GRAZ. AVL List setzt seine Maßnahmen zur Kapazitätsreduktion fort. Mit den geplanten Einschnitten erleidet erneut ein erheblicher Teil der Belegschaft, die in Graz etwa 3.600 Arbeitnehmende umfasst, Verluste. Der CEO Helmut List unterstreicht die Notwendigkeit dieser Entscheidungen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens langfristig zu sichern.
„Unser Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit und Marktposition von AVL langfristig zu sichern. Wir wollen auch in den kommenden Jahren stabile Beschäftigung am Standort Graz gewährleisten und weiterhin einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der Mobilität leisten.“
CEO Helmut List, AVL
Gründe: Kostendruck und globale Veränderungen
Die Hintergründe für die aktuellen Kürzungen sind laut AVL vielschichtig. Die Branche steht vor massiven Umbrüchen, die durch schwankende Märkte und hohe Kosten geprägt sind. „Das Marktumfeld ist derzeit äußerst volatil, die Planungsprämissen verändern sich laufend“, so List. Die Entscheidung sei notwendig, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit von AVL zu sichern.
Weltweit sieht sich die Mobilitätsindustrie tiefgreifenden strukturellen Veränderungen gegenüber. Der Druck, in neue Technologien wie E-Mobilität, Softwareentwicklung und Automatisierung zu investieren, nimmt zu. Gleichzeitig belasten steigende Kosten und internationale Konkurrenz zahlreiche Unternehmen, einschließlich etablierter Anbieter wie AVL. Um diesen Herausforderungen gerecht werden zu können, führt AVL einen umfassenden Reorganisationsprozess durch, der eine strategische Neuausrichtung zum Ziel hat. Die aktuellen „Kapazitätsanpassungen“ sind ein Teil dieses Prozesses.
Sozialplan und alternative Modelle
Der Abbau von Stellen soll in enger Abstimmung mit der Arbeitnehmervertretung erfolgen. Das Unternehmen plant, neben der natürlichen Fluktuation auch auf Altersteilzeitmodelle zu setzen. Für die betroffenen Mitarbeitenden, die das Unternehmen verlassen müssen, werden individuelle Unterstützungsangebote sowie ein Sozialplan bereitgestellt. List betont, dass das Ziel sein müsse, trotz der Einschnitte langfristig stabile Arbeitsplätze in Graz zu sichern und ein verlässlicher Partner für Mitarbeitende und Kunden zu bleiben.
AVL zählt mit weltweit mehr als 12.000 Mitarbeitenden zu den größten Technologieunternehmen im Bereich Mobilität, Simulation und Testsysteme. Das Unternehmen arbeitet von Graz aus mit Partnern an über 90 internationalen Standorten zusammen, unter anderem in Bereichen wie Elektrifizierung, Software, KI und Energieeffizienz.


