Frauen übernehmen zunehmend eine zentrale Rolle in der Landwirtschaft im Burgenland, wo bereits mehr als ein Drittel der rund 8.000 land- und forstwirtschaftlichen Betriebe von Frauen geleitet wird. Eine neue Broschüre mit dem Titel „Plötzlich Bäuerin“ wurde veröffentlicht, um ihre Leistungen sichtbar zu machen und Frauen den Einstieg in den bäuerlichen Alltag zu erleichtern. Zeitgleich rückt das Internationale Jahr der Bäuerin 2026 die bedeutende Rolle von Landwirtinnen weltweit in den Vordergrund. Darüber berichtet Welt Stimme.
BURGENLAND. In der Landwirtschaft sind Frauen längst nicht mehr nur im Hintergrund aktiv; sie übernehmen Positionen als Unternehmerinnen, Hofleiterinnen und Direktvermarkterinnen. Der Präsident der Landwirtschaftskammer Burgenland, Nikolaus Berlakovich, stellte fest, dass über 35 Prozent der Betriebe im Burgenland von Frauen geführt werden. Gemeinsam mit ihren Partnern leiten weitere 15 Prozent die Betriebe. Zudem ist ein Viertel der Kammerräte weiblich. Laut Berlakovich verzeichnen burgenländische Seminarbäuerinnen mit über 500 Schulbesuchen die meisten Einsätze im österreichischen Vergleich.
Die neue Informationsbroschüre „Plötzlich Bäuerin“ soll die wichtige Rolle der Frauen in der Landwirtschaft deutlicher hervorheben. Berlakovich betonte bei der Präsentation der Broschüre das Ziel, ein Bewusstsein zu schaffen sowie das Engagement und die Leistungen von Bäuerinnen sichtbar zu machen. Die Broschüre soll zudem Frauen im bäuerlichen Alltag unterstützen.
Broschüre über Erfahrungen und Herausforderungen
Zu Beginn neuer Aufgaben oder Tätigkeiten treten oft viele Fragen auf, und nicht selten wissen junge Bäuerinnen nicht, an wen sie sich wenden sollen. Die 32-seitige Broschüre richtet sich an Jungbäuerinnen, Hofübernehmerinnen, sowie an Frauen, die sich für eine Karriere in der Landwirtschaft interessieren. Sie bietet wertvolle Informationen über Herausforderungen, Erfahrungen und Erfolgswege – von der Hofübernahme bis zur Direktvermarktung. Ebenso werden rechtliche und steuerliche Hinweise sowie relevante Ansprechpartner und Ausbildungsmöglichkeiten bereitgestellt.
Plötzlich Bäuerin – und jetzt?
Das Gefühl „Plötzlich Bäuerin“ erlebte auch Rafaela Köller aus Stöttera, die auf das Netzwerk der Bäuerinnen Burgenland zurückgreifen konnte. Julia Rechtberger aus Steinbrunn ergänzte, dass der Austausch mit anderen Bäuerinnen insbesondere zu Beginn einer neuen Herausforderung von unschätzbarem Wert ist. Beide Jungbäuerinnen ermutigen Frauen, die neu in die Landwirtschaft einsteigen, das Angebot zu nutzen, da dies den Einstieg und den alltäglichen Betrieb erleichtert.
2026 – Internationales Jahr der Bäuerin
Im Jahr 2026 wird das „Internationale Jahr der Bäuerin“ von den Vereinten Nationen und der FAO ausgerufen, um die essentielle Rolle der Bäuerinnen zu stärken und die Perspektiven für Frauen in der Landwirtschaft zu verbessern. Maria Fröch, stellvertretende Landesbäuerin, erklärte, dass im Burgenland entsprechende Initiativen umgesetzt werden, um diese Zielsetzung zu unterstützen. Der Landesbäuerinnentag am 24. Jänner auf der Burg Schlaining markiert den Auftakt zu zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen, die auf die vielseitige Arbeit der Bäuerinnen aufmerksam machen sollen.


