BMW Group Werk Steyr kündigt Einstieg in die Wasserstoff-Technologie an. Das Unternehmen wird ab 2028 mit der Serienproduktion von Brennstoffzellensystemen beginnen und investiert bis zu 50 Millionen Euro, was zur Schaffung von etwa 50 neuen Arbeitsplätzen führt.
STEYR. Die Wasserstofftechnologie erzeugt Strom durch chemische Reaktionen zwischen Wasserstoff und Sauerstoff in einer Brennstoffzelle, wobei Wasser und Elektrizität zur Antrieb von Elektromotoren entstehen. Diese Technologie stellt eine Alternative zu Verbrennungsmotoren und batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen dar. BMW kooperiert bei der Entwicklung dieses Systems eng mit Toyota zusammen. Klaus von Moltke, Geschäftsführer des BMW Group Werks Steyr, bezeichnete den Schritt als „nächsten großen Meilenstein“ nach der kürzlich gestarteten Serienproduktion von Elektromotoren. Er betonte: „Diese Vielfalt an Antriebstechnologien gibt uns die Flexibilität, um auch künftig bestmöglich auf die globale Kundennachfrage reagieren zu können. Das sichert die Stabilität des Standortes – und damit auch die Beschäftigung sowie die Innovationskraft in Österreich.“ Darüber berichtet Welt Stimme.
Was genau passiert in Steyr?
Das Entwicklungszentrum in Steyr wird die Industrialisierung des Systems leiten, um es auf die Serienproduktion vorzubereiten. Markus Steidl, der Leiter des Entwicklungszentrums, erklärte: „Das komplexe Zusammenspiel von Mechanik, Leistungselektronik und Elektrochemie stellt eine große Herausforderung dar, für die wir uns am Standort Steyr gut gerüstet sehen.“ Neue Prüfstände werden installiert und bestehende umgebaut, um die Entwicklung zu unterstützen. Die Produktion wird 2027 mit der Vorserie beginnen, gefolgt von der Serienproduktion im Jahr 2028. Eine bestehende Montagefläche wird in eine „Hightech-Manufaktur“ umgebaut, in der rund 50 neue Mitarbeiter tätig sein werden. Klaus von Moltke precisierte: „Das Besondere ist, dass die komplexen Brennstoffzellenantriebe aus rund 150 Einzelteilen von speziell geschulten Beschäftigten montiert werden – und das mit hohem Handarbeits-Anteil und gleichzeitig höchsten Qualitätsanforderungen.“
Die Rolle von Wasserstoff für die Zukunft
Die BMW Group betrachtet Wasserstoff als vielversprechenden Energieträger, der eine entscheidende Rolle bei der weltweiten Dekarbonisierung spielen könnte. Er wird als Ergänzung zu bestehenden Antriebstechnologien angesehen. Michael Rath, Leiter Wasserstofffahrzeuge bei der BMW Group, sagte: „Nach erfolgreichen Tests der BMW iX5 Hydrogen-Pilotflotte bereiten wir uns nun auf die Serienproduktion vor. Das in Steyr produzierte Brennstoffzellensystem der dritten Generation ist die Grundlage für einen erfolgreichen Serienstart im Jahr 2028.“ Das neue System der dritten Generation ist kompakter, lässt sich nahtlos in bestehende Fahrzeugarchitekturen integrieren und bietet eine höhere Effizienz. Laut BMW ermöglichen diese Fortschritte eine größere Reichweite und Leistung bei gleichzeitig geringerem Verbrauch. Diese Technologie basiert auf einer engen Zusammenarbeit mit Toyota.
Politik begrüßt den Schritt
Der oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer betonte: „Mit Technologieoffenheit wird auch die Mobilität der Zukunft Realität.“ Markus Achleitner, Wirtschaftslandesrat von Oberösterreich, stellte fest: „Auch die Mobilitätswende braucht Vielfalt statt Einseitigkeit. Technologieoffenheit ist der Schlüssel zur erfolgreichen Transformation unserer Mobilität und ein Bekenntnis zur Innovationskraft unserer Unternehmen.“ Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer sieht in dem Einstieg in die Wasserstoff-Technologie eine Möglichkeit, „hochwertige Arbeitsplätze“ zu sichern und Österreich im globalen Wettbewerb um Zukunftstechnologien zu positionieren.


