Die Bücherei Donaustadt in der Bernoullistraße schließt am 26. Mai 2026, was bei den Anwohnern auf Unmut stößt. Gibt es Pläne für eine Ersatzbibliothek?
WIEN/DONAUSTADT. In der Donaustadt wird die Anzahl der städtischen Büchereien zunehmend reduziert. Früher gab es an mehreren Standorten, wie am Siegesplatz 1 und in der Erzherzog-Karl-Straße 169, kleinere Büchereien, die mittlerweile geschlossen wurden. Beide Einrichtungen wurden in ein größer angelegtes Konzept in der Seestadt integriert.
Die Bücherei Kaisermühlen in der Schüttaustraße 39 sowie die Bücherei Donaustadt in der Bernoullistraße 1 blieben jedoch lange Zeit bestehen. Für die letztere Einrichtung ist Mitte 2026 definitiv Schluss.
Der gesamte Gebäudekomplex beim Schrödingerplatz wird abgerissen, um Platz für ein neues Stadtquartier zu schaffen. Die zuvor dort ansässige Bezirksvorstehung ist bereits ausgezogen; die Volkshochschule (VHS) und das Jugendzentrum haben neue Standorte in Planung. Für die Bücherei sind jedoch keine konkreten Pläne bekannt.
Keine konkreten Ersatzpläne
Mit der Schließung der Bücherei Donaustadt am 26. Mai wird der letzte Öffnungstag der 22. Mai sein. Rückgaben der Bücher sind nach der Schließung auch in anderen Büchereien möglich. Laut einem Sprecher der zuständigen Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) werden „derzeit Planungen zur zukünftigen Entwicklung des Büchereistandorts in der Donaustadt unter Berücksichtigung der aktuellen budgetären Rahmenbedingungen weitergeführt“. Konkrete Alternativen gäbe es jedoch nicht.
Ende 2022 stellte die Stadträtin für Stadtentwicklung Ulli Sima (SPÖ) beim Umzug der Bezirksvorstehung noch einen Plan vor, der auch eine größere Bücherei am neuen Schrödingerplatz vorsah.
Auf Nachfrage bei der Bildungsstadträtin wurden Erklärungen gegeben, dass man „die Pläne einer neuen Bücherei unter Berücksichtigung der budgetären Rahmenbedingungen weiterverfolgen“ würde. Konkrete Fortschritte blieben dabei jedoch aus.
Ausweichstellen nicht genug
Donaustädterinnen und Donaustädter äußern ihre Bedenken. „Die Bücherei Seestadt sowie die in Kaisermühlen als ausreichend für diesen großen Bezirk anzusehen, grenzt an Lächerlichkeit“, kritisiert eine Anwohnerin. Insbesondere die Bücherei in Kaisermühlen sei aufgrund der Größe schnell überfüllt, während der Standort in der Seestadt für viele schwer erreichbar sei.
Ein weiterer Anwohner stellt fest: „Mit dem Wegfall des Standortes wird das Ermöglichen des günstigen Lesens für viele, insbesondere für Kinder, nicht mehr gefördert, was für das Bildungskonzept und die damit verbundene Deutschförderung wichtig ist.“
Das Schrödingerplatz-Quartier soll 2027 fertiggestellt werden. Bis dahin bleibt abzuwarten, ob neue Entwicklungen in Bezug auf die Büchereien präsentiert werden.
Darüber berichtet Welt Stimme.


