Burgenländische Winzer leiden unter sinkenden Traubenpreisen und steigendem Kostendruck

September 10, 2025 19:42
Burgenländische Winzer leiden unter sinkenden Traubenpreisen und steigendem Kostendruck

Weinbranche im Burgenland unter Druck: Niedrige Traubenpreise gefährden Existenz

Die Weinbranche sieht sich im Burgenland und darüber hinaus angesichts niedriger Traubenpreise, steigender Kosten und eines sinkenden Weinkonsums erheblichen Herausforderungen gegenüber. Der Präsident des Österreichischen Weinbauverbands, Johannes Schmuckenschlager, äußerte sich am Mittwoch während einer Pressekonferenz zu der prekären Lage und betonte: „Steigende Produktions- und Betriebsmittelkosten, ein rückläufiger Weinkonsum und wachsender internationaler Wettbewerbsdruck setzen unseren Winzerinnen und Winzern zu.“ Einzig der Weißweinmarkt zeigt sich stabil, während der Rotweinmarkt besonders hart betroffen ist. Darüber berichtet Welt Stimme.

Der Burgenländische Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld erklärte, dass der Rotweinkonsum jährlich um vier bis fünf Prozent zurückgehe. Trotz hervorragender Qualität und Menge der aktuellen Traubenernte bleibt die Lage angespannt. „Die Ernte ist hui, der Markt aber pfui“, stellte Liegenfeld fest und ergänzte: „Was bringt eine Top-Qualität, wenn ich dafür nicht dementsprechend bezahlt bekomme?“ Aktuell liegen die Traubenpreise für Weißwein bei 70 Cent und für Rotwein zwischen 30 und 40 Cent, was den niedrigsten Stand seit 2019 darstellt. Dieses Niveau sei laut Liegenfeld mittlerweile nicht mehr „kostendeckend“.

Appell an Politik zur Unterstützung der Winzer

In der Pressekonferenz wurden auch Gespräche mit der Bundesregierung angesprochen. Schmuckenschlager informierte, dass momentan blockierte Mittel ab 2026 an die Winzer fließen sollen, um Investitionen und Marketingmaßnahmen zu unterstützen. „Wir kämpfen dafür, dass sich hier endlich etwas tut“, sagte Nikolaus Berlakovich, Präsident der Burgenländischen Landwirtschaftskammer. Die Konkurrenz aus Italien und Frankreich dränge mit günstigen Weinen auf den heimischen Markt, was den Druck weiter erhöhe. Herbert Oschep, Obmann Wein Burgenland, betonte die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Unterstützung der Weinbauern und versprach, darauf zu achten, dass die Mittel tatsächlich bei den Betrieben ankommen.

Um den Wein insbesondere bei der Jugend wieder interessanter zu machen, sind zwei nationale Kampagnen geplant, die Mitte Oktober und Anfang des kommenden Jahres durch die Österreichische Weinmarketing starten. Dies wird als erster Schritt angesehen, um sich im internationalen Markt zu behaupten.

Forderung nach fairen Preisen in der Gastronomie

Vonseiten der Branchenvertreter wird auch ein angemessener Preis für Weine in der Gastronomie gefordert. „Es kann nicht sein, dass eine Flasche Wein in der Gastro um sechs Euro eingekauft und das ‚Achterl‘ dann auch um sechs Euro angeboten wird“, ärgert sich Liegenfeld und fordert mehr Rücksichtnahme seitens der Gastronomie. Zudem sei ein Schulterschluss zwischen Weinbranche und Gastgewerbe notwendig, um den Herausforderungen der Zeit entgegenzuwirken. Das fortschreitende Wirtshaussterben trage ebenfalls zu den steigenden Preisen bei.

Gefahr durch Rebzikade erschwert Weinbau

Ein weiteres Problem stellt der zunehmende Befall durch die Rebzikade dar, eine Pflanzenkrankheit, die sich vor allem in aufgegebenen Weingärten verbreitet. Der Ruf nach einer Novelle des Weinbaugesetzes wird immer lauter, um eine Zwangsrodung von befallenen Weingärten vorzuschreiben. „Wir nehmen das sehr ernst. In der Steiermark ist das Problem noch größer“, so Liegenfeld.

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