Burgenland führt landesweites Pflege- und Sozialberatungssystem ab 2026 ein

Dezember 30, 2025 06:32
Burgenland führt landesweites Pflege- und Sozialberatungssystem ab 2026 ein

Burgenland führt zum Jahresbeginn 2026 ein neues, landesweites Modell für die Pflege- und Sozialberatung ein, das die Initiative „Nachbarschaftshilfe Plus“ ablöst. Das Ziel ist ein einheitliches und transparentes Angebot für alle 171 Gemeinden im Burgenland. Darüber berichtet Welt Stimme.

BURGENLAND. Seit 2014 unterstützt die Initiative Nachbarschaftshilfe Plus ältere Menschen und Bedürftige im Alltag. Bis Ende 2025 werden etwa 100.000 Hilfseinsätze von rund 600 Freiwilligen in 19 Projektgemeinden koordiniert sein. Das bewährte System bietet niederschwellige Hilfe, die Ehrenamtliche absichert, koste erstattet und Versicherungsschutz bietet.

Landesweites Modell für alle Gemeinden

Mit dem neuen Modell wird die Co-Finanzierung des Landes, die 2017 gestartet wurde, eingestellt. Zukünftig erhalten alle Gemeinden ein einheitliches Unterstützungsangebot. Soziallandesrat Leonhard Schneemann erklärt: „Mit diesem flächendeckenden Modell schaffen wir eine gerechte, transparente Lösung für alle Burgenländerinnen und Burgenländer, direkt aus der Region, für die Region.“

Flächendeckendes Unterstützungsangebot

Ab Januar 2026 wird in sämtlichen Gemeinden ein niederschwelliges Angebot an ehrenamtlicher Unterstützung im Alltag bereitgestellt. Dieses umfasst unter anderem Besuchs- und Begleitdienste, Einkaufshilfen sowie einfache Hilfen im Alltag. „Wir stellen das Ehrenamt und die Hilfe von Nachbarn und Gemeindebürgerinnen und -bürgern auf völlig neue Beine, organisiert, verlässlich und direkt aus der Region für die Region“, betont Schneemann.

Leonhard Schneemann unterstreicht die zentrale Rolle der Beratung: „Die Pflege- und Sozialberatung bildet den Grundpfeiler unserer Pflege- und Betreuungslandschaft. Ohne frühzeitige Beratung, teilweise schon bevor der Pflegefall eintritt, würden viele Menschen nicht das passende Angebot finden. Mit unserem Pflegestützpunktmodell bringen wir die Beraterinnen und Berater noch näher zu den Menschen.“

Im Rahmen der neuen Struktur entstehen 71 Pflegestützpunkte in 28 Pflegeregionen. Diese Stützpunkte sollen nicht nur Pflege und Betreuung sichern, sondern auch die ehrenamtliche Unterstützung aktiv fördern. Die Sozialen Dienste Burgenland richten in jeder Region eine Koordinationsstelle ein, die zusammen mit der Pflege- und Sozialberatung die Freiwilligenarbeit koordiniert. „Die Pflege- und Sozialberaterinnen und -berater werden der Dreh- und Angelpunkt für die Koordination des Ehrenamts in allen Regionen“, so Schneemann.

Nahtloser Übergang und landesweite Umsetzung

Bereits im Herbst 2025 hat die SDB mit dem Aufbau der neuen Strukturen in den bisherigen Nachbarschaftshilfe-Plus-Gemeinden begonnen. Der Start in den ersten Gemeinden erfolgt bereits im Januar 2026. Parallel dazu werden die Pflegestützpunkte schrittweise im gesamten Bundesland eingerichtet, sodass das System nach Fertigstellung in allen 171 Gemeinden etabliert ist.

Landesrat Schneemann dazu: „Wir schaffen damit ein nachhaltiges, breit zugängliches System für alle Regionen, verlässlich, professionell und zukunftsorientiert. Mit klaren Strukturen, regionaler Verankerung und starkem ehrenamtlichem Engagement bauen wir eine Pflege- und Sozialberatung auf, die allen Burgenländerinnen und Burgenländern zugutekommt.“

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