Seit Juli 2025 ist die KIM-Verordnung in Österreich Geschichte. Für viele bedeutet das neue Chancen beim Immobilienkauf – auch in Innsbruck. Doch was heißt das konkret für Käuferinnen und Käufer, Familien und den Wohnungsmarkt in der Tiroler Landeshauptstadt? Die Hypo Tirol Bank hat dazu klare Antworten. Darüber berichtet Welt Stimme.
INNSBRUCK. Die Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung – kurz KIM-Verordnung – wurde 2022 eingeführt, um den Immobilienmarkt zu regulieren und die Finanzmarktstabilität zu sichern. Sie schrieb klare Regeln für Kreditvergaben vor:
- Beleihungsgrenze: maximal 80 % des Immobilienwertes als Kredit
- Eigenkapitalquote: mindestens 20 % Eigenmittel
- Laufzeitbegrenzung: maximal 35 Jahre Rückzahlung
Diese Vorgaben sollten vor Überschuldung schützen und den Markt stabilisieren.
Warum die Verordnung im Juli 2025 auslief
Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) bestätigte: Mit 1. Juli 2025 ist die KIM-Verordnung ausgelaufen. Begründung: Der Immobilienmarkt in Österreich habe sich stabilisiert, die strengen Vorgaben hätten viele potenzielle Käuferinnen und Käufer – vor allem jungen Familien – den Zugang zu Eigentum erschwert.
Hypo Tirol: Innsbruck reagiert mit steigender Nachfrage
Wie die Hypo Tirol Bank im Gespräch mit unserer Redaktion bestätigt, zeigt sich in Innsbruck nach dem Ende der KIM-Verordnung eine klare Entwicklung: Die Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen steigt wieder. Besonders junge Käuferinnen und Käufer und Familien informieren sich verstärkt und planen ihre Wohnprojekte sehr sorgfältig.
Mit dem Ende der KIM-Verordnung hätten sich neue Spielräume eröffnet:
- Lockerere Finanzierung: Banken können flexiblere Modelle anbieten.
- Erleichterter Zugang: Weniger Eigenkapital bedeutet Chancen für Erstkäuferinnen und -käufer.
- Mehr Wettbewerb: Neue Produkte am Markt könnten bessere Konditionen bringen.
- Gerade in Innsbruck, wo Wohnen besonders teuer ist, sehen Expertinnen und Experten neue Möglichkeiten.
Unterschiede zwischen Stadt und Umland
Laut Hypo Tirol unterscheiden sich die Anfragen deutlich. In Innsbruck fokussiert man sich auf die klassischen Wohnungskäufe. Im Umland auf Sanierungen, Nachverdichtungen und WBF-geförderte Objekte.
„Insgesamt sind wieder mehr Immobilientransaktionen festzustellen, was auch die Nachfrage nach Finanzierungen ankurbelt“,
erklärt die Hypo Tirol.
Junge Käuferinnen und Käufer profitieren besonders
Ein Beispiel ist der „Lebensphasenkredit“ der Hypo Tirol, der Ratenreduktionen für mehrere Jahre ermöglicht und so finanziellen Spielraum in wichtigen Lebensphasen schafft. Dieses Modell wird vor allem von jungen Kundinnen und Kunden geschätzt, die langfristig planen und Sicherheit suchen.
Risiken? „Tirol ist traditionell stabil“
Auf die Frage nach möglichen Risiken bei lockereren Kreditvergaben betont die Hypo Tirol, dass in Tirol seit jeher verantwortungsvoll finanziert werde:
„Die Ausfallsquote bei privaten Wohnbaufinanzierungen ist hierzulande sehr niedrig. Sowohl Kreditnehmer:innen als auch Banken handeln bewusst und realistisch.“
Eines bleibt jedoch unverändert: die hohen Immobilienpreise in Innsbruck. Eine spürbare Entspannung erwartet die Hypo Tirol nicht. Die Leistbarkeit bleibt somit die größte Herausforderung. Umso wichtiger sei es, frühzeitig Eigenmittel aufzubauen und flexible Finanzierungsmodelle zu nutzen.


