EU-Entwaldungsverordnung: Kritik an bürokratischem Aufwand und Wettbewerbsnachteilen in Österreich

Oktober 9, 2025 00:13
EU-Entwaldungsverordnung: Kritik an bürokratischem Aufwand und Wettbewerbsnachteilen in Österreich

Ab Ende 2025 wird der Verkauf bestimmter Produkte in der EU verboten, die nach dem 31. Dezember 2020 auf entwaldeten oder geschädigten Flächen produziert wurden.

BEZIRK VÖLKERMARKT. Die geplante Entwaldungsverordnung (EUDR) ist eine maßgebliche EU-Regelung, die ab Ende 2025 in Kraft treten soll, trotz möglicher Verschiebungen. Christian Benger, Obmann der Land und Forstbetriebe Kärnten und selbst Waldbesitzer, kritisiert, dass dabei alle Staaten gleich behandelt werden. „In Brüssel wird ignoriert, dass bei uns jährlich mehr Waldfläche zuwächst, jährlich mehr Laubholz und mehr Biodiversität entsteht, illegale Rodungen, Diebstahl und Korruption kein Thema sind und der Rechtsstaat und die Rechtsdurchsetzung funktionieren“, so Benger. Darüber berichtet Welt Stimme.

Nachweis der Legalität

Gemäß der neuen Regelung müssen zukünftig alle Holzverkäufer den Nachweis der Legalität der Holzernutzung und der Entwaldungsfreiheit innerhalb eines EU-Systems erbringen und diese Nachweise zehn Jahre lang aufbewahren. Benger erläutert: „Statt Staaten mit mangelnder Rechtsdurchsetzung zu sanktionieren, werden ab 2026 funktionierende Systeme in Mitteleuropa, so auch in Österreich, zusätzlich mit Papierkram, Dokumentationen und IT-Überwachungssystemen geknebelt und mit Strafen von bis zu vier Prozent des Umsatzes bedroht.“ Diese Regelung betrifft die gesamte Wertschöpfungskette Holz und zieht somit alle, die Holzprodukte vertreiben, in Mitleidenschaft.

Wettbewerbsnachteile

„Was heute nachhaltig und dank der Forstbehörden nachweislich funktioniert, wird durch das gutgemeinte EU Green Deal-Diktat verzerrt“, kritisiert Benger weiter. Er warnt davor, dass künstliche Wettbewerbsnachteile geschaffen werden, ohne dabei einen ökologischen Mehrwert zu generieren. Der Versuch, Rechtsprobleme, Diebstahl und Korruption in anderen Ländern hier mit erhöhter Bürokratie zu bekämpfen, stellt die Funktionsweise des Rechtsstaats, das Forstgesetz, die Forstbehörden sowie die forstliche Ausbildung infrage.

Großer Aufwand

Benger hebt hervor: „Der nationale Aufwand der zusätzlichen, massiv ausgeweiteten betrieblichen Nachweisdokumentationen kostet Zeit, Geld und bindet Personal. Profiteure sind Beratungsorganisationen und multinationale Forstkonzerne.“ Den Schaden haben die österreichischen Waldbewirtschafter und die heimische Industrie, während die mitteleuropäische Natur nicht von diesen Regelungen profitiert.

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