Die finanzielle Situation der Marktgemeinde Unterfrauenhaid stand im Mittelpunkt der letzten Sitzung des Gemeinderats. Insbesondere wurde die Entwicklung der Ertragsanteile, die Gemeinden vom Bund erhalten, thematisiert; diese werden nach Abzügen durch das Land Burgenland ausbezahlt. Darüber berichtet Welt Stimme.
UNTERFRAUENHAID. Laut Angaben der Gemeinde wurden im Sommer 2025 nahezu 100 Prozent der Ertragsanteile für die Monate Juni, Juli und August einbehalten. Dies führt dazu, dass nur begrenzte Mittel für laufende Ausgaben wie Energie, Gehälter und Infrastrukturmaßnahmen zur Verfügung stehen.
Ein Blick auf die Zahlen der vergangenen Jahre zeigt:
- Im Jahr 2022 betrugen die Bundesmittel für Unterfrauenhaid 619.077,20 Euro. Nach Abzügen von 240.370,24 Euro erhielt die Gemeinde 378.706,96 Euro.
- Für 2025 sieht die Budgetvorschau Bundesmittel von 622.500 Euro vor. Nach Abzügen von 388.200 Euro ergibt sich eine Auszahlung von 234.300 Euro.
Die Abzüge des Landes haben damit seit 2022 um 62 Prozent zugenommen, während die Inflation im selben Zeitraum bei 21,8 Prozent lag.
Planungssicherheit für Gemeinden
Bürgermeister Thomas Niklos betonte: „Wir Gemeinden brauchen Planungssicherheit und eine faire Finanzierungsstruktur. Es geht nicht um Sonderwünsche, sondern um das Aufrechterhalten der grundlegenden Leistungen für unsere Bürgerinnen und Bürger – vom Kindergarten bis hin zur Instandhaltung der Infrastruktur.“
Im Rahmen eines Konsolidierungsgesprächs mit Fachleuten der Gemeindeaufsichtsbehörde im Landhaus Eisenstadt wurde ebenfalls klargestellt, dass die Probleme nicht primär auf der Ausgabenseite liegen, sondern eher an den sinkenden Einnahmen. Zur Unterstützung bei der Erstellung eines Konsolidierungskonzepts wurde der Gemeinde Hans Peter Rucker, ehemaliger Geschäftsführer der Landesholding Burgenland, zur Seite gestellt.
Arbeitskreis
Erste Gespräche mit Mitgliedern des Gemeinderats fanden bereits in einem Arbeitskreis statt. Ziel ist es, bis Herbst ein konkretes Haushaltskonsolidierungskonzept zu beschließen und den Gemeindehaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Der Voranschlag 2025, der von der Landesregierung nicht zur Kenntnis genommen wurde, soll überarbeitet und nach Fertigstellung des Konzepts im September neu beschlossen werden.


