Das grenzüberschreitende Projekt „Taste“ testet klimaresistente Anbauformen, Agri-Photovoltaik und optimiertes Wassermanagement in Oberösterreich und den tschechischen Regionen Südböhmen und Vysočina.
HARGELSBERG. Oberösterreich und Tschechien stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Dürren und Wassermangel setzen der Landwirtschaft zu, traditionalle Kulturen wie Kartoffeln leiden, während trockenheitsresistente Pflanzen wie Soja an Bedeutung gewinnen. Das länderübergreifende Projekt „Taste“ will sowohl Anbau als auch Verarbeitung klimaresilient gestalten, testet Agri-Photovoltaik (Agri-PV) und setzt auf optimiertes Wassermanagement. Darüber berichtet Welt Stimme.
Soja auf dem Prüfstand
Auf einem Versuchsfeld in Hargelsberg untersucht die FH Oberösterreich verschiedene Sojabohnensorten und die Auswirkungen von Agri-PV auf Ertrag und Pflanzenphysiologie. „Die Anforderungen an die heimische Landwirtschaft steigen stetig und der Klimawandel erfordert ein Umdenken in vielen Bereichen. Die oberösterreichischen Bäuerinnen und Bauern haben immer schon mit Courage und Erfindergeist auf Herausforderungen reagiert. Die Doppelnutzung von Flächen für Soja und Strom ist eine extrem smarte Lösung mit großem Potenzial“, erklärt Gregor Maier-Lehner vom Research Center Wels.
Sensoren überwachen Pflanzen
Senkrecht stehende Solarmodule liefern Strom auf beiden Seiten und ermöglichen dennoch die gewohnte Feldarbeit. Sensoren messen Wachstum, Ertrag, Wasser- und Eiweißgehalt sowie weitere Inhaltsstoffe der Bohnen. „So sehen wir direkt, wie sich der Schatten der Module auf die Pflanzen auswirkt“, so Maier-Lehner.
Wasser sparen in der Lebensmittelkette
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Wasserverbrauch. Wasserfußabdruck-Audits entlang der Soja- und Kartoffelwertschöpfungskette sollen Einsparpotenziale aufzeigen. „Die effiziente Nutzung von Wasser entlang der gesamten Lebensmittelwertschöpfungskette ist ein entscheidender Hebel für mehr Nachhaltigkeit. Unser Projekt zeigt, wie durch gezielte Audits und enge Zusammenarbeit mit Unternehmen konkrete Verbesserungen erzielt werden können – vom Feld bis zur Verarbeitung“, erklärt Projektmanagerin Gabriele Wolkerstorfer von Business Upper Austria. Gesucht werden sechs Unternehmen aus Oberösterreich, Südböhmen und Vysočina, die bei den Audits mitmachen möchten.
Drei Regionen, eine Strategie
Die Projektpartner aus Österreich und Tschechien entwickeln auf Basis der Feldversuche, Klimaszenarien und Wasseranalysen eine gemeinsame Strategie für klimaresiliente Produktionssysteme. Landwirtinnen, Lebensmittelbetriebe und Entscheidungsträger profitieren dabei von geteiltem Wissen und praxisnahen Lösungen – grenzüberschreitend.
Projektpartner sind Business Upper Austria, FH Oberösterreich (Agrartechnologie und Management), South Bohemian Science and Technology Park, Potato Research Institute Havlíčkův Brod, University of South Bohemia in Budweis. Gefördert durch die EU im Rahmen des Interreg-Programms Österreich-Tschechien.


