Touristiker und Kulturveranstalter aus Bayern und Tirol starten eine digitale Kampagne, um den Kulturtourismus in der Region zu fördern und sichtbar zu machen. Darüber berichtet Welt Stimme.
Die Festung Kufstein wird erkundet, ein Abstecher zum Chiemsee gemacht und abends ein hochkarätiges Konzert in Erl besucht – Angebote wie diese sollen Touristen in der Region rund um den Bezirk Kufstein zukünftig stärker anziehen.
Ein Kulturraum ohne Grenzen
Kultur soll als Motor für den Tourismus wirken, und umgekehrt. Die Festspiele Erl haben gemeinsam mit fünf Partnern aus Tirol und Bayern ein Euregio-Projekt initiiert. Unter dem Titel „Grenzüberschreitender Tourismus: Kultur als Motor“ vernetzen sich die Partner über die Grenzen hinweg. Ziel ist es, in der Region Kufsteinerland-Inntal-Chiemsee-Kaisergebirge-Mangfalltal zusammenzuarbeiten und als ein gemeinsamer Kulturraum wahrgenommen zu werden. Die erklärten Ziele umfassen die Steigerung der Nächtigungen und einen Zuwachs beim Publikum.
Wie es dazu kam
Die Initiative nahm ihren Anfang während eines geplanten Gesprächs zwischen den Festspielen Erl und dem bayerischen Kulturveranstalter Festivo. Andreas Leisner, Geschäftsführer der Tiroler Festspiele Erl, beschreibt den Prozess: „Wir haben die Partner überzeugt und ins Boot geholt. Dann haben wir das Projekt eingereicht und es gewonnen.“ Die Besonderheit dieses Projekts sei, dass Partner aus Bayern und Tirol gemeinsam an einem Tisch sitzen und ein regelmäßiger Austausch stattfindet. „Der Austausch in den letzten Monaten war sehr konstruktiv, diszipliniert und zugewandt“, so Leisner.
Kampagne soll sichtbar machen
Am 1. Februar 2025 startete das Kultur-Tourismus-Projekt, dessen Kosten von 250.000 Euro zu 75 Prozent durch das Interreg-Bayern-Österreich-Programm gefördert werden. Der Rest wird von den Projektpartnern getragen. Das Projekt wird nun bis April 2026 fortgeführt, da die Partner noch einiges vorhaben. Eine gemeinsame digitale Kampagne soll das Potenzial der Grenzregion nach Weihnachten sichtbar machen. Norditalien und Zentralspanien wurden als Zielmärkte identifiziert. Leisner betont: „Ich glaube, dass wir als Destination stärker sind, wenn wir unser großes Angebot gemeinsam präsentieren.“ Bayern und Tirol sollen gemeinsam als attraktive Urlaubsregion präsentiert werden, die eine Vielfalt an hochkarätigen Kulturangeboten bietet.
Mobil ohne Grenzen
Projektpartner sind die Tiroler Festspiele Erl und der Tourismusverband Kufsteinerland auf österreichischer Seite sowie die Schlosskonzerte Amerang, das Festival Festivo, die Oper Gut Immling und der Tourismusverband Chiemsee Alpenland auf deutscher Seite. Nach der dreiwöchigen Kampagne wird eine Evaluierung durchgeführt, um die Wirksamkeit zu überprüfen. Zudem wird der Aspekt einer öffentlichen Anreise von einer „Arbeitsgruppe Mobilität“ behandelt. Die Partner suchen Schnittmengen der einzelnen Mobilitätsangebote und möchten diese nach Möglichkeit zusammenfassen. Leisner verweist darauf, dass aus dem Mobilitätsbereich möglicherweise ein weiteres Euregio-Projekt entstehen könnte. Die gemeinsame Reise von Kultur und Tourismus in der Grenzregion Tirol-Bayern scheint somit noch lange nicht zu Ende zu sein.


