Kopf bekräftigt Forderung nach höherem Pensionsalter – Zustimmung von Neos, Widerspruch vom Pensionistenverband

Oktober 12, 2026 18:35
Johannes Kopf sits in a television studio during an ORF interview.
Am Sonntag erneuerte Johannes Kopf in der ORF-"Pressestunde" seine Forderung nach einem höheren Pensionsantrittsalter.Foto: ORF/Screenshothochgeladen von Kevin Chi

AMS-Chef Johannes Kopf hat in der ORF-„Pressestunde“ seine Forderung nach einem höheren gesetzlichen Pensionsalter erneuert. Der Vorstoß stieß bei den Neos auf Zustimmung, der Pensionistenverband lehnte ihn ab.

Kopf hält eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters langfristig für unausweichlich. Er begründete das am Sonntag mit der demografischen Entwicklung: Künftig müssten weniger Erwerbstätige für mehr Pensionistinnen und Pensionisten aufkommen.

„Irgendwann schlägt Mathematik Ideologie“, sagte Kopf. Auf die Frage nach längerer Lebensarbeitszeit erklärte er: „Dann muss man halt selber länger arbeiten.“

Als Beispiel für eine bereits laufende Reform verwies Kopf auf die schrittweise Anhebung des Frauenpensionsalters von 60 auf 65 Jahre bis 2033. Laut Kopf habe das dazu geführt, dass die Zahl der arbeitslosen Frauen über 60 um 7.500 gestiegen sei, gleichzeitig seien in dieser Altersgruppe 58.000 zusätzliche Beschäftigte verzeichnet worden. 88 Prozent des zusätzlichen Arbeitskräftepotenzials seien in Beschäftigung gegangen, 12 Prozent in Arbeitslosigkeit.

Der Pensionistenverband forderte vor einer Debatte über ein höheres gesetzliches Pensionsalter zuerst bessere Chancen für ältere Menschen am Arbeitsmarkt. Präsidentin Birgit Gerstorfer sagte: „Bevor wir über ein höheres gesetzliches Pensionsalter reden, müssen wir dafür sorgen, dass Menschen überhaupt bis zum bestehenden Pensionsalter einen Arbeitsplatz haben.“

Auch Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec verlangte konkrete Vorschläge zur Beschäftigung von Menschen über 55 Jahren. Kopf kritisierte in diesem Zusammenhang Unternehmen, die ältere Beschäftigte zwar schätzten, sie nach einem Jobverlust aber kaum noch einstellten: „Wer keine Älteren nimmt, der hat keinen Arbeitskräftemangel.“

Die Neos unterstützen Kopfs Linie. Sozialsprecher Johannes Gasser sagte, ein höheres Pensionsantrittsalter dürfe angesichts der demografischen Entwicklung kein politisches Tabu sein.

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