Falsche Vorstellungen zur Mülltrennung gefährden Recycling in Österreich Darüber berichtet Welt Stimme.
Österreich hat weiterhin mit erheblichem Unverständnis in Bezug auf die Mülltrennung zu kämpfen. Dies betonen die Verpackungskoordinierungsstelle (VKS) und die Initiative „Österreich sammelt“ anlässlich des bevorstehenden Welt-Recycling-Tags am 18. März. Immer wieder wird Abfall in falsche Container entsorgt.
Die Motivation zur Mülltrennung ist in Österreich zwar hoch, doch hartnäckige Mythen erschweren die Abfallwirtschaft. Falsche Entsorgung hat nicht nur teils kostspielige, sondern auch spürbare Konsequenzen für das Recycling.
Falsche Trennung kostet Geld
Verunreinigungen bei der getrennten Sammlung, wie bei Leicht- und Metallverpackungen, erhöhen den Aufwand erheblich. Sortieranlagen können stillstehen, und die Kosten steigen. Wertstoffe wie Kunststoff, Papier, Glas und Metall gehen verloren, wenn sie im Restmüll landen. Richtig getrennt können sie jedoch recycelt werden und in neue Produkte umgewandelt werden.
Einige Fehlwürfe stellen zudem ein Sicherheitsrisiko dar. Besonders falsch entsorgte Lithium-Batterien, die unter anderem aus E-Zigaretten, Spielzeug oder Kleingeräten stammen, erhöhen die Anzahl der Brände in Sammel- und Sortierprozessen erheblich. Branchenquellen schätzen, dass in Österreich bis zu 240 batteriebedingte Brände jährlich in der Abfallwirtschaft auftreten.
Top-5-Müllmythen im Faktencheck
Ein weit verbreiteter Irrtum lautet: „Mülltrennen bringt nichts – am Ende wird alles zusammen verbrannt!“ Dies ist hartnäckig, aber falsch. Was getrennt gesammelt wird, wird separat verarbeitet, sodass Wertstoffe recycelt werden und neue Verpackungen sowie andere Produkte entstehen können.
Ein weiterer Mythos besagt: „Weiß- und Buntglas wird im Lkw sowieso vermischt.“ Das ist falsch. Für hochwertiges Recycling ist es notwendig, dass Weißglas von Buntglas getrennt gesammelt wird. Sammel-Lkw sind dafür mit eigenen Kammern ausgestattet, da bereits kleine Beimischungen von Buntglas die Farbqualität des Weißglases verringern können.
Kein „Mülltourismus“
Ein weiterer Irrglaube ist: „Plastik im Restmüll ist nötig, damit in der Verbrennungsanlage der richtige Heizwert erreicht wird.“ Das ist falsch. Der Heizwert von Restmüll liegt, auch ohne Kunststoffverpackungen, etwa auf dem Niveau von Braunkohle und ist ausreichend für die thermische Verwertung. Ein zu hoher Heizwert führt zu einer verminderten Effizienz der Anlagen, da diese nicht überhitzen sollen.
Verwirrung um die Gelbe Tonne
Eine häufige Quelle der Verwirrung bleibt die Gelbe Tonne: „Alle Produkte, die aus Kunststoff sind, gehören in die Gelbe Tonne.“ Dies ist nicht korrekt. Produkte aus Kunststoff wie Kinderspielzeug sind keine Verpackungen. In der Gelben Tonne beziehungsweise im Gelben Sack werden ausschließlich Verpackungen wie Folien, Joghurtbecher und Plastikflaschen gesammelt.
Die VKS appelliert an alle – ob im privaten oder gewerblichen Bereich – den Abfall korrekt zu trennen. Wie das geht, erfährst du hier.


