Wien setzt mit einer neuen Großwärmepumpe in der Spittelau einen wichtigen Schritt zur Klimaneutralität bis 2040 um. Diese Anlage gilt als die effizienteste ihrer Art in ganz Europa. Darüber berichtet Welt Stimme.
WIEN/ALSERGRUND. „Entschuldigen Sie bitte die Lautstärke, aber bei diesen Temperaturen benötigen wir die Wärme für Wien“, so Ulli Sima (SPÖ), Stadträtin für Stadtwerke, bei der Präsentation der neuen Großwärmepumpe. Ab sofort wird Wien Energie in der Lage sein, die Abwärme des Kraftwerks dreifach zu nutzen.
Die 120 Tonnen schwere Großwärmepumpe nutzt die Restwärme aus der Nasswäsche der Rauchgase. Wien Energie-Geschäftsführer Karl Gruber erklärt: „Wir holen die Restwärme aus dem Rauchgas nach der Verbrennung und pumpen sie mit dieser Großwärmepumpe ins Fernwärmenetz.“
Wirkungsgrad steigt um 13 Prozent
Durch die Integration erhöht sich der Wirkungsgrad des gesamten Standorts um 13 Prozent auf insgesamt 95 Prozent. Gruber bezeichnet das System als vergleichbar mit einem „Brennwertgerät“ und betont, dass es sich um die effizienteste Anlage ihrer Art im mitteleuropäischen Raum handelt.
Rund 40 Millionen Euro wurden in das Projekt investiert, das zusätzlich 16.000 Wiener Haushalte mit Wärme versorgt. Damit erhöht sich die gesamte Wärmekapazität am Standort Spittelau auf 76.000 Haushalte. Stefan Gara, Energiesprecher von Neos Wien, hebt die strategische Bedeutung hervor: „Die Großwärmepumpe ist ein ganz wichtiger Baustein für unser Programm ‚Raus aus Gas‘ und die Dekarbonisierung der Fernwärme.“
Klimastrategie 2040
Das Projekt ist Teil einer umfassenden Transformation des Wiener Erzeugungsmixes. Bis 2040 sollen Großwärmepumpen und Abwärmenutzung mit 31 Prozent den größten Anteil an der Wiener Fernwärme liefern. Dies wird ein wesentlicher Beitrag zur angestrebten vollständigen Klimaneutralität bis 2040 sein.
Die neue Anlage spielt auch eine bedeutende Rolle für den Alsergrund. Bezirksvorsteherin Saya Ahmad (SPÖ) äußert sich erfreut: „Es hat ganz viel mit Lebensqualität zu tun, wie wir mit Energie versorgt werden.“ Neben der Spittelau betreibt Wien Energie bereits ähnliche Anlagen in Simmering und an der Kläranlage „ebswien“, die zusammen etwa 97.000 Haushalte abdecken.


